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Merken   Drucken   29.04.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

Generation Y: Zwischen iPod und Learning 2.0

Die Berufseinsteiger von heute lernen und arbeiten anders als vorige Generationen. Das müssen Arbeitgeber berücksichtigen, wenn sie neue Mitarbeiter einstellen. Gleichzeitig gilt es, ihre Eigenheiten als Chance für das Unternehmen zu nutzen. von Sabine Meinert 
Personalverantwortliche sind häufig überzeugt, dass den Jobeinsteigern von heute einiges fehlt. Die nach 1981 Geborenen - die so genannte Generation Y - gelten zwar als technisch hoch interessiert und ausgebildet, aber insgesamt als weniger gut auf die Arbeitswelt vorbereitet als ihre Vorgänger. Das bestätigen auch aktuelle Forschungen von Carina Paine Schofield und Sue Honoré von der Ashridge Business School.
Neue Arbeitnehmergeneration: Generation Y   Neue Arbeitnehmergeneration: Generation Y
Die Gruppe der jungen Arbeitnehmer als "the younger workforce" wahrzunehmen, heißt nach Meinung der Wissenschaftler, sich auf selbstbewusste, ehrliche, fordernde und lautstarke Mitarbeiter einzustellen, die mit hohen Erwartungen in ein Unternehmen eintreten, zeigen Studien der vergangenen Jahre. Älteren Kollegen erscheinen sie mit ihrem Auftreten oft arrogant. Auch der ewige Wettstreit, in dem sich die Jüngeren scheinbar ständig messen, liegt den Älteren nicht.
Verändert hat sich auch die Art, sich Wissen anzueignen. Die Nutzung des Internets, von Multimedia-Techniken, dazu E-Learning und Datenbank-basierter Knowhow-Transfer - "Learning 2.0" ist der Generation Y vertraut, Interaktivität gehört für die Jüngeren dazu. Allerdings sehen sich die jungen Berufstätigen kaum in der Verantwortung, sich selbst weiterzubilden oder den Lernprozess nach ihrer Ausbildung fortzusetzen. Vielmehr treten sie als fordernde Konsumenten auf, die von ihrem Arbeitgeber Bildungsangebote und Unterstützung erwarten, so die Ashridge-Studie.
Wissen? - Besser was tun!
Nichtsdestotrotz wollen die Berufseinsteiger - oft auch als "Generation Why" bezeichnet - dazulernen. In frühere Studien werteten die jüngeren Arbeitnehmer die berufliche Weiterbildung unter die fünf wichtigsten Job-Faktoren. Dennoch ist den Wissenschaftlern von Ashridge zufolge für die Generation Y das Tun wichtiger als das Wissen. "Knowledge is no longer perceived to be the ultimate goal of this generation; results and actions are now more valued than the accumulation or memorisation of facts", schreiben Schofield und Honoré.
Die Generation Y pflege zudem eine "24-Stunden-am-Tag/7-Tage-die Woche-Kultur". Informationen - am liebsten aus verschiedenen multimedialen Quellen - wolle sie eher gestern als heute, Verspätungen toleriere sie dagegen kaum. Befragte Bildungsexperten sehen daher einen Hang zu eher oberflächlichem Last-Minute-Lernen.
Trial and Error
Wo der Wille zu stetiger und intensiver Wissensaneignung fehlt, wächst den Wissenschaftlern zufolge jedoch das Interesse an problembasiertem Lernen. Ein Vorgehen nach dem Prinzip "Trial and Error" erscheint den Berufsanfängern eher als adäquate Vorgehensweise - so wie in manchem Computerspiel.
Für Arbeitgeber eine wichtige Erkenntnis: Die Generation Y ist leicht gelangweilt. Routine-Aufgaben wehren die meisten daher schnell ab. Etablierte Prozesse werden dagegen schnell hinterfragt und - wo möglich - entsprechend den eigenen Vorstellungen geändert.
Auch die Aufmerksamkeitsspanne scheint bei vielen jüngeren Arbeitnehmern eher kurz, so die Studie. Das bedeutet, dass dort, wo Wissen vermittelt wird, kürzere Zeiteinheiten mehr Sinn machen als früher.

Teil 2: Wie die Jüngeren lernen und arbeiten wollen.

  • FTD.de, 29.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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