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Merken   Drucken   01.02.2006, 21:44 Schriftgröße: AAA

Greg Brenneman: Der Whopper-Sanierer

Wenn es einiges zu sanieren gibt, dann muss zügig der "Turnaround Specialist" her. So heißen in den USA jene Manager, die es gewohnt sind, ein Unternehmen wieder flott zu machen, das am Boden liegt. Der Chef von Burger King ist einer von ihnen. von Tim Höfinghoff, New York
Greg Brenneman, Chef von Burger King   Greg Brenneman, Chef von Burger King
Revitalisieren, die Wende schaffen, mal wieder den Umsatz ankurbeln: Das war auch bei Burger King dringed nötig. Die US-Fastfoodkette verbuchte jahrelang sinkende Umsätzen und lag im Zwist mit seinen Franchisenehmern. Die Kunden kauften derweil ihre Burger lieber bei Konkurrenten wie McDonald´s und Wendy´s.
Seit August 2004 ist Greg Brenneman als Vorstandschef bei Burger King und damit für den Sanierungskurs zuständig. Seit Februar 2005 hat er zusätzlich das Amt des Aufsichtssratchefs übernommen. Im Juli 2004 hatte Burger King keinen Chef mehr, weil Brad Blum sich nicht mit dem Unternehmen über die Strategie der Zukunft einigen konnte und gegangen war. Wechsel sind an der Spitze der Burger-Kette nicht unüblich: Brenneman wurde der zehnte Manager auf diesem Posten innerhalb von 15 Jahren. Vor drei Jahren hatten die Investoren Texas Pacific Group, Bain Capital sowie Goldman Sachs Capital Partners die Burger-Kette übernommen.
Brenneman machte seinem Ruf als Sanierer alle Ehre: Er führte neben dem traditionellen Whopper-Burger neue Produkte ein, die Umsätze zogen an und von zahlreichen Fillilaschließungen ist bei Burger King auch keine Rede mehr. Stattdessen gibt es neue Pläne: Am Mittwoch ließ Burger-King verlauten, an die Börse zu wollen.
Freund schneller Entscheidungen
Burger King-Chef Brenneman ist in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Kansas aufgewachsen. Dort lernte er erst an einer kleinen Universität, bevor er seinen Abschluß in Wirtschaftswissenschaften an der renommierten Harvard Business School machte. Während dieser Zeit arbeitete er auch für die Beteiligungsfirma Bain und wurde ein Freund schneller Entscheidungen, wenn es um das Umkrempeln von Unternehmen geht: "Erst habe ich mich bis zu 5 Stunden mit einem Fall beschäftigt", sagte Brenneman in einem Interview. Danach seien es nie wieder mehr als 45 Minuten gewesen. "Lesen, analysieren, vereinfachen und weitermachen", so lautete ab sofort sein Motto: "Es ist besser, 20 Entscheidungen am Tag zu fällen und zwei falsche davon zu korrigieren, als drei Wochen für eine Entscheidung zu brauchen."
Nicht nur als Mitautor eines Buches zu Sanierungplänen ist Brenneman aufgefallen. Vor seiner Zeit bei Burger King war er Chef von TurnWorks, einer texanischen Investorenfirma, die sich auf Übernahmen und Sanierungen von Unternehmen spezialisiert hat. Vor vier Jahren fädelte er zudem bei PriceWaterhouseCoopers Consulting die Fusion mit IBM Global Services ein. Ein Investoren-Magazin kürte das Geschäft als "Deal des Jahres". Auch bei der Reformierung der angeschlagenen Fluglinie Continental Airlines war Brenneman dabei und half Continental wieder in die Gewinnzone zu fliegen.
Nicht nur bei Unternehmen hat Brenneman für Reformen gesorgt. Auch sein eigenes Leben veränderte er drastisch. Früher liebte er Fast-Food in großen Mengen: Der knapp 2-Meter-Mann trug stolze 130 Kilo mit sich herum. Seitdem steht er um 4:30 Uhr in der Frühe auf, um zu joggen. 30 Meilen in der Woche müssen es mindestens sein. Sein Gewicht soll nun bei 70 Kilo liegen.
  • FTD.de, 01.02.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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