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Merken   Drucken   07.09.2005, 15:00 Schriftgröße: AAA

Grenzenlos klar  

Internationale Standards harmonisieren die Rechnungslegung unter Auslandstöchtern. Damit lassen Unternehmen sich leichter steuern, weil Ergebnisse aus verschiedenen Ländern verglichen werden können. von Olaf Wittrock
Vergleichbare Zahlen aus Tokio, Rio und Istanbul: Davon träumen viele Manager mittelständischer, international agierender Unternehmen bis heute. Verschiedene Bilanzierungsregeln, steuerliche Differenzen oder unterschiedliche Auffassungen von guter Buchführung bereiten ihnen Probleme. Der Grund: "Lokale Bilanzstandards führen nur selten zu vergleichbaren Ergebnissen", sagt Klaus Höfer, Leiter der International Reporting Group bei PricewaterhouseCoopers (PwC) in Frankfurt am Main. "Im Ergebnis führen mittelgroße Firmen mit einem verzweigten Produktions- und Vertriebsnetz ihrer Töchter häufig mehr oder minder nach dem Kontostand."
Eine interne Berichterstattung nach dem Bilanzierungsstandard IFRS kann das ändern. "Um Ergebnisse aus verschiedenen Ländern intern vergleichen zu können, müssen Unternehmen ein einheitliches Regelwerk einsetzen", sagt Benno Lange, Wirtschaftsprüfer der Kanzlei DHPG Dr. Harzem und Partner. "Die international anerkannten IFRS-Standards sind für diesen Zweck ideal geeignet." Sie schaffen die nötige Einheitlichkeit und sind weltweit anerkannt. Mehr noch: Die gemäß IFRS laufend erhobenen internen Controlling-Ergebnisse decken sich später weitgehend mit den Zahlen in der Bilanz. Böse Überraschungen bei der Umrechnung von nationalen Standards auf IFRS bleiben damit aus.
Verlässliche Daten für die Planung
Die interne IFRS-Bilanz erleichtert somit die Unternehmenssteuerung - mit direkten Folgen, etwa für die erfolgsabhängige Vergütung. Wer den Geschäftserfolg überall gleich bestimmt, kann auch seine Mitarbeiter weltweit fair entlohnen. Weiterer Vorteil: Die intern gemessenen und extern kommunizierten Ergebnisse stimmen weitgehend überein. Schließlich gilt, dass die Segmentbilanzierung der internen Berichterstattung folgen soll. "Unternehmen mit rein lokaler Bilanzierung haben ein Zweikreissystem aus interner und externer Berichterstattung. IFRS ersetzen dies durch ein Einkreissystem", sagt PwC-Experte Höfer.
Die Zahlen beispielsweise, die das deutsche HGB liefert, weichen stark von anderen Bilanzen ab. Für das operative Management sind sie nahezu irrelevant, weil sie primär steuerlichen Zwecken dienen. "IFRS schaffen eine transparente Grundlage zur qualitativen Steuerung", sagt Thomas Tilch, der bei PwC Steuerungssysteme entwirft. "Sind viele unterschiedliche Standards im Einsatz, kommen Controller dagegen selten über die Interpretation der lokalen Zahlen hinaus." Wer mittelfristig planen soll, braucht verlässliche Daten. Die IFRS-Einführung bringt diese Klarheit: Die Tochterfirmen bekommen genaue Vorlagen, an die sie ihre Daten anpassen müssen. In der Zentrale laufen dann direkt die richtigen Ergebnisse ein. Allerdings verursacht die IFRS-Einführung hohe Kosten. Nur wer im Ausland aktiv ist, profitiert von einer Umstellung.
  • FTD.de, 07.09.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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