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Merken   Drucken   20.08.2010, 13:40 Schriftgröße: AAA

Gründer-Support: Was mich mein Mentor gelehrt hat

Eine Firma aufzubauen, kann ein einsames Vorhaben sein und schlägt häufig fehl. Deshalb suchen viele angehende Unternehmer den Ratschlag erfahrener Manager. Fünf Firmengründer erzählen, wer ihnen wertvolle Ratschläge gab. von Emma Jacobs
Donald Trump, Immobilienunternehmer
Mein Mentor war mein Vater Fred C. Trump. Als ich jung war, liefen die Dinge noch ganz informell: Ich begleitete ihn auf die Baustellen und sah mir an, wie er arbeitete.
Donald Trump in seinem Büro in Manhattan   Donald Trump in seinem Büro in Manhattan
Als ich dann später mit ihm in seinem Büro arbeitete, ging es förmlicher vonstatten. Er riet mir: "Du solltest alles über das wissen, was du tust." Mein Vater wusste extrem viel und konnte sogar den Zimmerleuten noch aushelfen. Seine Vier-Schritte-Formel zum Erfolg war ganz einfach: "Anpacken, erledigen, richtig machen, abhaken." Er arbeitete schnell, aber gründlich und schuf mit seinen Projekten eine Marke. Er war sehr integer und hielt dies für die beste Art von Werbung.
Wir waren nicht immer einer Meinung. Ich wollte in Manhattan bauen, was er nicht verstand. Ihm reichten Brooklyn und Queens. Zudem wollte ich Hochhäuser bauen. Schon als Kind habe ich meine Bauklötze zusammengeklebt, um Wolkenkratzer errichten zu können. Als ich den Trump Tower gebaut habe, riet er mir zu Stein anstelle von Glas. Er fand Stein großartig, aber das war nicht meine Vision. Dennoch war es für mein Arbeitsleben sehr wichtig, meinen Vater als Mentor zu haben. Ich versuche, meinen Kindern und Angestellten ein ähnliches Vorbild zu sein.
Es ist wichtig, jemanden zu haben, zu dem man aufschauen kann. Wenn man im Alltag so jemanden nicht hat, hilft es, Bücher über erfolgreiche Menschen zu lesen und zu lernen, wie sie erfolgreich geworden sind.

Sahar Hashemi, Gründer der britischen Kaffeehauskette Coffee Republic
Seltsamerweise war meine Mutter meine Mentorin. Seltsamerweise deshalb, weil sie Mutter und Hausfrau in Vollzeit war, als ich aufwuchs. Aber sie war sehr kreativ und talentiert und sprach jede Menge Sprachen. Mein Vater dagegen war der typische Arbeitnehmer.
1993 starb mein Vater. Ich war damals 25 und beschloss, meine Stellung als Anwalt aufzugeben und mit meinem Bruder, der damals als Investmentbanker arbeitete, Coffee Republic aufzubauen. Der Tod meines Vaters machte mir deutlich, dass es keine Schonzeit mehr gibt. Ich sollte meine Träume in die Tat umsetzen, solange ich dazu noch die Zeit hatte.
Während Freunde Zweifel anmeldeten und Banken uns die Tür wiesen, war es die Unterstützung durch meine Mutter, die uns weitermachen ließ. Anfang der 1990er-Jahre einer Tee-Nation Kaffee verkaufen zu wollen, war schon eine etwas ausgefallene Idee. Wenn man ein Geschäft aufmacht, muss man sich ohnehin schon jede Menge Schwarzmaler anhören, deshalb war es umso wichtiger, dass jemand - in diesem Fall meine Mutter - an unseren Traum glaubte. Ihr Glaube an mich war ansteckend. Sie gab mir den Antrieb, der mich letztlich Fähigkeiten an mir entdecken ließ, von denen ich vorher keine Ahnung hatte, und der mein Selbstvertrauen entwickelte.
Sie unterstützte uns auch auf praktische Art und Weise, denn mein Bruder und ich konnten zu Beginn unserer Unternehmerzeit bei ihr einziehen. Aber es war viel mehr als das. Jeder kann Managementtipps oder praktische Hinweise zusammentragen, aber nicht jeder hat jemanden, bei dem er seine Unsicherheit abladen kann und der einen dann wieder aufbaut. Meine Mutter ermutigte mich dazu, es mir nicht zu kuschelig zu machen, sondern ich zu sein und meinen Träumen nachzujagen.

Biz Stone, Mitgründer des Kurznachrichtendienstes Twitter
Ich habe zwei Mentoren. Der erste ist Steve Snider, mit dem ich vor vielen Jahren zusammengearbeitet habe und der mir zu meinem Start half. Ich hatte mein Studium abgebrochen und einen Job beim Verlag Little, Brown bekommen, bei dem ich Kisten aus dem Erdgeschoss in den zweiten Stock transportierte. Dazwischen lag die Grafikabteilung. Ich hatte als Künstler angefangen und war an Computern interessiert. Eines Tages, als die Abteilung Mittagspause machte, schlich ich mich an einen Computer und entwarf einen Schutzumschlag, den ich dann in die Entwürfe mogelte. Als Snider, damals der Art Director, herausfand, dass dieser Entwurf von dem "Kistenschieber" stammte, stellte er mich ein. Im Gegenzug brachte ich ihm den Umgang mit Mac-Rechnern bei.
Er löste die Kette von Jobs und Unternehmen aus, die schließlich zur Gründung von Twitter führten. Ich durchlief eine ungewöhnliche Lehre. Ich zapfte sein Wissen ab und fragte ihn alles Mögliche, sogar, woher er wusste, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, seiner Frau einen Hochzeitsantrag zu machen. Zwei Jahre lang arbeiteten wir zusammen. Ich habe von ihm viel über Grafik und das Leben gelernt. Es war besser als ein Studium. Er ist ein großartiger Art Director und der geborene Lehrer. Er hat mir beigebracht, wie man mit anfälligen Egos umgeht. Wir sind noch heute befreundet.
Es mag kitschig klingen, aber mein anderer Mentor ist Evan Williams, mit dem ich Twitter gegründet habe. Wir sind sehr unterschiedlich. Er ist geduldig, denkt langfristig und lässt es mir durchgehen, wenn ich Quatsch rede. Zum Kern eines Problems gelangt er, indem er es von allen Seiten betrachtet.
Ich habe einige Startup-Unternehmen beraten und finde das sehr befriedigend. Bei Gespräche mit einem Startup-Unternehmer fällt mir etwas für Twitter ein.

Teil 2: Welche Sicht Frauen und Anwälte als Mentoren mitbringen.

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