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Merken   Drucken   15.03.2006, 20:42 Schriftgröße: AAA

Hakan Samuelsson: Ein Schwede in München

Er lächelt viel und gerne. Vielleicht hat der Schwede Angst, im barock-gemütlichen München als unterkühlt zu gelten. Und das wäre fatal: Denn für das, was der fast 55-Jährige seit über einem Jahr an der MAN-Spitze umzusetzen hat, kann er in der bayerischen Landeshauptstadt jeden Sympathiepunkt gebrauchen. von Thomas Fromm
Hakan Samuelsson baut den MAN-Konzern zu einem Lkw- und ...   Hakan Samuelsson baut den MAN-Konzern zu einem Lkw- und Motorenhersteller um
Hakan Samuelsson, der vor seiner Zeit als MAN -Chef fünf Jahre lang die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns leitete, verkaufte Randgeschäfte, verlegte die Produktion seiner defizitären Bussparte in die billigere Türkei und plante ein neues Lkw-Werk in Polen. Damit macht man sich kaum Freunde.
Der Mischkonzern, in dem sich einzelne Industriesparten über längere Zeiträume auch schon mal quersubventionierten, galt jahrelang als hoffnungsloser Zerschlagungskandidat und potentielles Übernahmeobjekt für Finanzinvestoren. Deshalb lautet Samuelssons Maxime: Handeln, um nicht geschluckt zu werden. "Was ein Investor kann, können wir mit unserer Industrieerfahrung doch viel besser", lautet das Mantra des Mannes aus einer Kleinstadt bei Stockholm, der jetzt im feinen Münchner Stadtteil Nymphenburg residiert und sich zwischendurch in seinem Ferienhaus in Schweden entspannt.
Mit Samuelsson zog der Renditedruck bei MAN ein
Mit Samuelsson zog der Shareholder-Value bei MAN ein und damit der Renditedruck. All dies setzte er mit dem ihm eigenen Charme durch - und mit seinem gewinnenden Lächeln gepaart mit perfektem Deutsch, das er mit einem sympathischen schwedischen Akzent garniert.
Als er vor zehn Tagen in einem Interview der Financial Times Deutschland auf die Frage antwortete, ob es spezialisierte Unternehmen in ihren Branchen nicht einfacher hätten als ein Mischkonzern wie MAN, sagte er: "Grundsätzlich" sei vieles "einfacher, wenn man nur ein Geschäft hat". Aber: "Wir können das auch mit unseren fünf Bereichen schaffen." Und: Es werde ja "immer wieder eine Überprüfung geben". Das Ergebnis einer solchen Überprüfung kam am Mittwoch an die Öffentlichkeit, als MAN die Abspaltung der Druckmaschinensparte MAN Roland bekannt gab.
Samuelsson, den man an Sonntagen auch schon mal beim Spaziergang im Englischen Garten sichtet, ist ein schneller Entscheider. Ihn treibt die Angst vor der Zerschlagung seines Konzerns um. "Es gibt keine heiligen Kühe", ist einer dieser leidenschaftslos-kühlen Sätze, die er gerne sagt. Was heute passt, muss morgen noch längst nicht hinhauen.
Samuelsson wird auch weiterhin für Überraschungen sorgen. Gut möglich, dass aus den nun vier MAN-Bereichen irgendwann auch einmal drei werden.
Zuletzt hatte er einem Einstieg beim schwedischen Lkw-Bauer Scania eine Absage erteilt. Dabei glauben viele, dass der Schwede im Grunde ganz gerne seinen früheren Arbeitgeber schlucken würde. Wenn erst einmal die Zeit dafür reif ist.
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20:28:46 Kursinformationen und Charts
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MAN 82,7 EUR   -0,18%  -0.15
  • Aus der FTD vom 16.03.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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