Gerade Stellen leitender Angestellter zu besetzen ist extrem lukrativ, da Headhunter für eine erfolgreiche Vermittlung in der Regel 25 bis 30 Prozent Provision basierend auf dem Jahresgrundgehalt plus Bonus der besetzten Stelle erhalten. In den USA liegt das Durchschnittssalär für einen Vorstandschef derzeit bei 1,1 Mio. $, in Europa etwa bei 650.000 bis 700.000 Euro.
Kelly ist nach Ansicht vieler Beobachter der richtige Mann für den Chefposten. Der 41-jährige MBA-Absolvent gilt als Weltbürger, der schon auf vielen Kontinenten gearbeitet hat. Ähnlich wie der neue Chef der Beratungsfirma A.T. Kearney, Paul Laudicina, verfügt er über weltweite Kontakte, ist nicht nur auf Amerika fixiert und "macht seinen Job gut, egal wo man ihn hinsetzt", meint Branchenkenner Rainer Steppan gegenüber der FTD.
Für Kelly spricht auch, dass er das Asiengeschäft in den vergangenen Jahren angekurbelt hat. Dass er erst seit 1997 bei Heidrick ist und damit nicht zum "alten Eisen" gehört, schätzen Beobachter nicht als negativ ein. Bei der Besetzung von Stellen im eigenen Unternehmen holte er Leute, die bislang nicht als Personalberater gearbeitet haben.
Kelly steht allerdings vor großen Herausforderungen. Bisher gelingt es dem US-Unternehmen in Europa selten, den flexibleren kleinen Konkurrenten ihre Topkunden abspenstig zu machen. Heidrick, das über eine gut gefüllte Kriegskasse verfügt, agiere häufig zu starr, heißt es in der Branche. Kritik entzündete sich in der Vergangenheit auch am Führungsstil des alerten und überaus ehrgeizigen Chefs selbst. "Ihm fällt es schwer, starke Persönlichkeiten in sein Team zu integrieren", sagt ein Insider und verweist auf den Abgang von Topheadhunter Jürgen Mülder bei der deutschen Tochter.