Hersteller von Luxusprodukten schicken ihre Mitarbeiter zur Weiterbildung an die Cote d'Azur
Monaco - mit dem mondänen Fürstentum am Mittelmeer werden Filmstars, Formel-1-Rennen und teure Boutiquen assoziiert. Ein guter Ort für Jet-Set-Urlaube oder ein Spiel im Casino - aber zum Studieren?
Boris Porkovich von der International University of Monaco sagt Ja. Er organisiert das MBA-Programm der Universität und versucht, mit einem Monaco-typischen Wahlfach sein Angebot aus der breiten Masse der MBA-Programme hervorzuheben: Seine Studenten können sich in zehn Monaten auf "Luxury Goods and Services" spezialisieren - wenn sie 20.000 Euro übrig haben.
Weiterbildungsmarkt für Manager
Die Universität ist ein Beispiel dafür, wie der Weiterbildungsmarkt sich für Manager in Europa entwickelt. Wer nicht mit dem Namen einer amerikanischen Elite-Universität werben kann, muss durch ungewöhnliche Studienpläne Lerninhalte oder -orte auffallen - sei es durch einen Führungskurs der Offiziersschule der US-Elitetruppe Marines (Wharton University), die Ausrichtung auf den Markt im Mittleren Osten (Koc University Istanbul) oder die Vermittlung von Softskills in Sozialprojekten (Warwick School of Business).
In Monaco sollen die Studenten lernen, wie man Luxusmarken gründet, wie Werbung und Produktentwicklung für Luxusgüter funktionieren oder wie man eine Luxusboutique finanziert.
"Das Luxussegment ist - etwa im Marketing - ganz speziell. Unsere Professoren kommen aus der Industrie und vermitteln praxisorientiertes Wissen", erklärt Porkovich den speziellen MBA. Der Erfolg gibt ihm Recht: Luxusfirmen aus der ganzen Welt schicken ihre Manager zum Büffeln nach Monaco.
MBA-Absolventin Manuela Müller, heute leitende Produktmanagerin, wollte sich auf Luxusmarketing spezialisieren und wurde nur in dem Fürstentum fündig: "Das Wahlfach Luxus ist einzigartig in Europa", sagt sie.