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Merken   Drucken   30.04.2006, 12:34 Schriftgröße: AAA

Hohe Schule des Luxus prunkt in Monaco

Einige Anbieter ragen aus der Masse der MBA-Programme heraus. Sie bieten attraktive Studienorte, zum Beispiel eine Weiterbildung für Luxusmanager an der Cote d'Azur. Statt Party steht praxisorientiertes Arbeiten auf dem Stundenplan. von Benedikt Fuest
Hersteller  von Luxusprodukten schicken ihre Mitarbeiter zur ...   Hersteller von Luxusprodukten schicken ihre Mitarbeiter zur Weiterbildung an die Cote d'Azur
Monaco - mit dem mondänen Fürstentum am Mittelmeer werden Filmstars, Formel-1-Rennen und teure Boutiquen assoziiert. Ein guter Ort für Jet-Set-Urlaube oder ein Spiel im Casino - aber zum Studieren?
Boris Porkovich von der International University of Monaco sagt Ja. Er organisiert das MBA-Programm der Universität und versucht, mit einem Monaco-typischen Wahlfach sein Angebot aus der breiten Masse der MBA-Programme hervorzuheben: Seine Studenten können sich in zehn Monaten auf "Luxury Goods and Services" spezialisieren - wenn sie 20.000 Euro übrig haben.
Weiterbildungsmarkt für Manager Die Universität ist ein Beispiel dafür, wie der Weiterbildungsmarkt sich für Manager in Europa entwickelt. Wer nicht mit dem Namen einer amerikanischen Elite-Universität werben kann, muss durch ungewöhnliche Studienpläne Lerninhalte oder -orte auffallen - sei es durch einen Führungskurs der Offiziersschule der US-Elitetruppe Marines (Wharton University), die Ausrichtung auf den Markt im Mittleren Osten (Koc University Istanbul) oder die Vermittlung von Softskills in Sozialprojekten (Warwick School of Business).
In Monaco sollen die Studenten lernen, wie man Luxusmarken gründet, wie Werbung und Produktentwicklung für Luxusgüter funktionieren oder wie man eine Luxusboutique finanziert.
"Das Luxussegment ist - etwa im Marketing - ganz speziell. Unsere Professoren kommen aus der Industrie und vermitteln praxisorientiertes Wissen", erklärt Porkovich den speziellen MBA. Der Erfolg gibt ihm Recht: Luxusfirmen aus der ganzen Welt schicken ihre Manager zum Büffeln nach Monaco.
MBA-Absolventin Manuela Müller, heute leitende Produktmanagerin, wollte sich auf Luxusmarketing spezialisieren und wurde nur in dem Fürstentum fündig: "Das Wahlfach Luxus ist einzigartig in Europa", sagt sie.
Es sei keineswegs für gelangweilte Jetset-Studenten gedacht: "Für mich und die meisten Kommilitonen war bereits das Studium in Monaco Luxus. Außerdem ist im ersten halben Jahr so viel zu tun, dass man gar keine Zeit für Partys hat." Statt Party steht praxisorientiertes Arbeiten auf dem Stundenplan und Unterricht in kleinen Klassen: Einmal hatte Müller eine Woche lang einen Professor für sich allein. "Für eine Forschungsarbeit etwa musste ich bei Cartier fiktiv 10.000 Euro ausgeben - wo sonst gibt es solche Praxisexkurse?", sagt sie. Eine andere Art des Luxusstudiums bietet die London Business School gemeinsam mit der Columbia Universität an: Der Executive MBA (EMBA) wird abwechselnd in New York und in London abgehalten; Studenten und Professoren fliegen für die Kursblöcke an verlängerten Wochenenden extra ein. Das Programm richtet sich an Manager, die bereits mehr als zehn Jahre Berufserfahrung haben - und die die Kursgebühr von gut 120.000 Euro aufbringen können. Karriere den letzten Schliff geben Linden Selby entscheidet an der London Business School darüber, wer in das Programm aufgenommen wird: "Unsere Studenten haben in ihrem Leben einen Punkt erreicht, wo sie bereits sehr erfolgreich sind. Mit unserem EMBA-Abschluss können sie ihrer Karriere den letzten entscheidenden Touch geben." Softskills für Firmenlenker stehen dabei im Vordergrund. Einen Teilzeit-MBA bietet auch die Chicago Graduate School of Business (GSB). Die Chicagoer setzen auf ihre Marke und haben als einzige amerikanische Elite-Universität einen eigenen Campus in London und in Singapur eröffnet. Über zwei Jahre lang soll das EMBA-Programm der GSB in 16 Wochenblöcken hauptsächlich praxisorientiertes Wissen vermitteln. Dabei arbeiten die Studenten in Kleingruppen mit 7 oder 8 Kommilitonen zusammen - selten kommen in einer Gruppe zwei Studenten aus einem Land zusammen. Die 270 Studenten an den drei Standorten kommen aus 50 verschiedenen Nationen. "Einen internationaleren Klassenraum mit diesem Umfang an Berufserfahrung findet man kaum", sagt Robert Kronenberg. Der Manager studiert seit einem Jahr neben seinem Beruf beim Energiekonzern RWE an der Chicago GSB in London. Für ihn liegt der besondere Reiz des Chicagoer EMBA-Programms in der internationalen Ausrichtung. "Man lernt völlig neue Sichtweisen auf Probleme kennen, und oft kommen in einer internationalen Arbeitsgruppe unerwartete Lösungen heraus." Arnold Longboy ist am Londoner Campus für die Studentenauswahl verantwortlich und erklärt einen weiteren Vorteil des Programms: "Wir bieten jeden Unterrichtsblock an jedem Standort völlig gleich an - dazu fliegen wir unsere Professoren jeweils für fünf Tage ein. Damit gewährleisten wir in London und Singapur die gleiche Unterrichtsqualität wie in Chicago." Das bringt gestressten Managern, die ihren EMBA parallel zum Beruf machen, echte Vorteile. Verpassen sie etwa auf Grund wichtiger Termine einen Unterrichtsblock in London, dann können sie den einfach in Chicago oder Singapur nachholen. Zum FTD-PodcastZu den FTD-BlogsFTD-Newsticker - die aktuelle Nachrichtenlage für Ihr Java-Handy.FTD-Desktop-Alarm - Eilmeldungen schnell auf Ihren PC.FTD-Bildschirmschoner - aktuelle Nachrichten und Aktienkurse direkt auf den PC.
  • FTD.de, 30.04.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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