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12.04.2010, 12:00
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IKT-Standort Deutschland:
International nur im Mittelfeld
In der deutschen IKT-Branche herrscht - nach einem von der Wirtschaftskrise beeinträchtigten Jahr 2009 - moderate Aufbruchsstimmung. Unternehmen investieren wieder mehr in IT, auch die Konsumenten-Nachfrage hält an.
von Sabine Graumann und Anselm Speich (TNS Infratest)
Mehr noch als vor der Krise stellt sich die Frage, auf welche Stärken des IKT-Standortes Deutschland bei den anstehenden Weichenstellungen gesetzt werden soll und welche Schwächen im Vergleich zu den konkurrierenden Standorten vordringlich angegangen werden müssen.
Trotz Verbesserung der Performance weiter im Mittelfeld
Einer aktuellen Untersuchung von TNS Infratest zufolge erreicht der IKT-Standort Deutschland gemeinsam mit Norwegen Rang sieben unter den global 15 bedeutendsten IKT-Regionen. Der Vorsprung Deutschlands gegenüber den nächstplatzierten Standorten Japan und Südkorea ist gering. "Der Monitoring-Report Deutschland Digital 2009 attestiert dem deutschen IKT-Standort im Vergleich zu den weltweit führenden IKT-Regionen eine gute, aber nur durchschnittliche Leistungsfähigkeit im Vergleich mit den Besten", so Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
| Nationenranking IKT-Standorte 2008 |
| 1. |
USA |
| 2. |
Großbritannien |
| 3. |
Dänemark |
| 3. |
Niederlande |
| 5. |
Schweden |
| 6. |
Finnland |
| 7. |
Deutschland |
| 7. |
Norwegen |
| 9. |
Japan |
| 10. |
Südkorea |
| 11. |
Frankreich |
| 12. |
Spanien |
| 13. |
Italien |
| 14. |
China |
| 15. |
Indien |
| Quelle: TNS Infratest |
Die quantitative Standortbestimmung
Der "Monitoring-Report Deutschland Digital" vergleicht die 15 bedeutendsten IKT-Nationen weltweit hinsichtlich seiner Marktreife, infrastruktureller Voraussetzungen und Nutzungsintensität von Anwendungen in der IKT, also zum Beispiel der Nutzung sozialer Netzwerke oder der Verfügbarkeit von E-Government-Diensten. Insbesondere der Vergleich dieser IKT-Anwendungen sind ein Beleg dafür, dass es sich bei IKT-Branchentreffen schon lange nicht mehr um Spezialisten-Kongresse "rund um Bits und Bytes" handelt, sondern dass Informations- und Kommunikationstechnologien zahlreiche Lebensbereiche betreffen und als Querschnittstechnologien von zentraler volkswirtschaftlicher Bedeutung sind.
Um die Leistungsfähigkeit vergleichen und ein Stärken-Schwächen-Profil des IKT-Standortes Deutschland erstellen zu können, wurde Deutschland zu den 14 wichtigsten IKT-Nationen mit Hilfe von 21 "Kernindikatoren" in einer quantitativen Standortbestimmung positioniert. Im Folgenden werden ausgewählte Ergebnisse vorgestellt.
Weltmarktführer bei den Einkäufen von Unternehmen übers Internet
Weltmarktführer ist Deutschland beim Kernindikator "Einkäufe von Unternehmen über das Internet", dem sogenannten "E-Procurement". 63 Prozent aller deutschen Unternehmen haben 2008 Waren über das Internet bezogen. Damit erreicht Deutschland die bestmögliche Performance von 100 Indexpunkten und platziert sich deutlich vor den USA, Schweden und Großbritannien.
Bei Verkäufen durch Unternehmen über das Internet erreicht Deutschland innerhalb der 15 untersuchten IKT-Nationen den fünften Rang. 2008 haben hierzulande 24,4 Prozent der Unternehmen Waren über das Internet verkauft, gemessen an 32,3 Prozent in Großbritannien, 29,6 Prozent in Norwegen, 28,4 Prozent in den USA und 27,3 Prozent in den Niederlanden.
Deutliche Fortschritte beim Breitbandausbau
Prozentuale Verteilung der Bandbreiten in Mbit/s
Im Nationenvergleich der infrastrukturellen Voraussetzungen hinsichtlich Breitband- sowie Mobilfunkpenetration verbessert sich Deutschland binnen Jahresfrist um einen Rangplatz auf Platz acht der führenden 15 IKT-Nationen. Diese Verbesserung kam vor allem durch die zunehmende Penetration von Breitbandanschlüssen innerhalb der Bevölkerung zustande: Ende 2009 nutzten 29,4 Prozent der Deutschen einen breitbandigen Internetanschluss, ein Zuwachs von gut einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.
Unter den wichtigsten IKT-Nationen in Europa liegt Deutschland mit 19 Prozent Breitbandanschlüssen über zehn Mbit/s und 64 Prozent Breitbandanschlüssen zwischen zwei und zehn Mbit/s auf Platz zwei hinter Schweden. Dies bedeutet nicht, dass kein weiterer Verbesserungsbedarf bestünde. Wirtschaft und Bürger müssen künftig flächendeckend mit Breitbandanschlüssen versorgt sein, damit die Wachstumspotenziale neuer, innovativer und nutzerorientierter Dienste voll ausgeschöpft werden können. Gemäß Breitbandstrategie der Bundesregierung wird bis Ende 2010 Breitband in ausreichender Qualität (ein Mbit/s für jeden) verfügbar sein. Bis 2014 sollen 75 Prozent der deutschen Haushalte mit Breitband mit mindestens fünf Mbit/s versorgt sein.
Teil 2: Die Nutzen der IKT hat sich bereits verbessert, nun ist ein flächendeckender Ausbau nötig.
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FTD.de, 12.04.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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