Durch den Marlboro Man emotionalisiert: die Marke Marlboro
Jede neue Werbekampagne hat immer auch imagerelevante Ziele. Und es gibt genügend Produktkategorien, in denen die Produkte so gut wie nichts anderes sind als ihr Image: Man kann Zigarettenmarken als rein emotionale Produkte verstehen. Ohne Kommunikation sind sie nicht lebensfähig, weil ohne Kommunikation ihre Identität nicht hergestellt werden könnte. Die Marktrelevanz dieser Feststellung ist offensichtlich. Die Marlboro gelangte erst durch die Entdeckung des Marlboro Country zu ihrer überragenden Bedeutung im deutschen Zigarettenmarkt. Es ließe sich anhand der jeweiligen Marktführerschaft bestimmter Zigarettenmarken geradezu eine Geschichte der psychosozialen Befindlichkeit der bundesdeutschen Gesellschaft nach 1945 schreiben. "Der Duft der großen weiten Welt" dominierte zum Beispiel die sechziger Jahre.
Trotz Wandlungen ähnlich bleiben
Aber warum verstehen es manche Marken, ihren Lebenszyklus so weit zu spannen, dass man glaubt, sie haben ihren Zenit noch lange nicht erreicht? Und manchen gelingt es einfach nicht, sich zu retten. Was macht Nivea zu Nivea und Camel zu Camel?
Erfolgreiche Marken schaffen es, sich in ihren Wandlungen ähnlich zu bleiben. Sie würden, wie Brechts Herr Keuner, erbleichen - träfe man sie nach längerer Zeit wieder und begrüßte sie mit dem Satz: Du hast dich gar nicht verändert. Erfolg durch Veränderung. Durch Veränderung bei Bewahrung der Identität. Erfolgreiche Marken ändern sich zur Kenntlichkeit. Und sie ändern sich permanent.