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Merken   Drucken   06.07.2009, 14:00 Schriftgröße: AAA

Informations- und Kommunikationstechnologie: Standort Deutschland gut aufgestellt

Was können die Wirtschaftspolitik, global agierende Konzerne aber auch IKT-Mittelständler tun, um stets über die wichtigsten Entwicklungen und Trends ihrer Branche informiert zu sein? Wie lässt sich sicherstellen, dass Politik und Wirtschaft zielgerichtete Entscheidungen treffen? von Sabine Graumann und Anselm Speich (TNS Infratest)
TNS Infratest untersucht im Rahmen des Langzeitprojektes "Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft" im zehnten Jahr die internationale Wettbewerbsfähigkeit des IKT-Standorts Deutschland. Dies geschieht über eine weltweit angelegte Sekundäranalyse, die von den CEOs und weiteren Experten der deutschen Informations- und Kommunikationswirtschaft verifiziert wird.
Das Projekt ist die weltweite aktuelle Lagebeschreibung der IKT-Branche, eine Dauerbeobachtung und Trendberichterstattung, die den internationalen Vergleich ermöglichen soll. Die Lagebeurteilung wird um eine Fortschreibung aktueller Erfolgschancen sowie wirtschafts- und unternehmenspolitischen Handlungsempfehlungen ergänzt.
Stärken, Schwächen, Risiken
Benchmark IKT-Standort Deutschland   Benchmark IKT-Standort Deutschland
"Das Monitoring ist für uns ein Gradmesser, der zeigt, wo der IKT-Standort Deutschland seine Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken hat und auf welche Handlungsfelder wir unsere künftigen Bemühungen konzentrieren sollten, um den IKT-Standort Deutschland an die Weltspitze zu führen", erläutert Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
Die Publikationen des Monitorings, das heißt die Faktenberichte und ePerformance Reporte, dienen der wirtschaftspolitischen Praxisberatung und haben sich als eines der wichtigsten Begleitmedien für die jährlich stattfindenden "Nationalen IT-Gipfel", unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, etabliert.
Deutschland: Stark im europäischen Vergleich
Die Kernindikatoren zur Bestimmung der Stärke des IKT-Standortes ...   Die Kernindikatoren zur Bestimmung der Stärke des IKT-Standortes Deutschland
Die Stärke des IKT-Standorts Deutschland wird im Vergleich mit den bevölkerungsstärksten europäischen Staaten, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien gemessen. In diesem Länderranking liegt die deutsche IKT-Industrie 2008 rund 15 Prozent über dem europäischen Durchschnitt und somit auf dem zweiten Platz hinter Großbritannien. Frankreich folgt mit drei Prozentpunkten unter Durchschnitt, während die IKT-Standorte Italien und Spanien deutlich unter der europäischen Performance liegen.
Die Messungen stützen sich auf verschiedene Kernindikatoren. Das Gesamtergebnis dieser Messungen setzt sich aus Bewertungen für "Gesamtmarkt", "Infrastruktur" und "Anwendungen" zusammen.
Teilmärkte: Deutschland vor Großbritannien
Mit einer durchschnittlichen Performance von zwölf Prozent über dem Gesamtdurchschnitt verdrängt Deutschland im Segment "IKT-Gesamtmarkt" erstmals den bisherigen Spitzenreiter Großbritannien. Insbesondere sind die IKT-Patentanmeldungen, bei denen Deutschland 60 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegt, ursächlich für die eroberte Spitzenposition und Ausdruck seiner Innovationsfähigkeit. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Umsatz im B2C-E-Commerce von 913 Euro ist Deutschland sogar Weltmarktführer - vor den USA, wo 906 Euro pro Kopf umgesetzt werden.
Deutlichen Nachholbedarf hat Deutschland beim IT-Umsatzwachstum (86 Prozent vom europäischen Durchschnitt) und bei den Ausgaben für die Telekommunikation als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (88 Prozent). 50 Prozent der von TNS Infratest befragten Experten sehen dies den "Umsetzungsdefiziten von Innovationen in marktreife Produkte" geschuldet. 33 Prozent der Anwenderunternehmen fordern deshalb eine stärkere Fokussierung von Forschung und Entwicklung auf die folgenden Top-Wachstumsbereiche der IKT: "Embedded Systems", E-Energy, Internet der Dinge (insbesondere RFID), Internet der Dienste (zum Beispiel Cloud Computing) sowie mobile Anwendungen.
Technische Voraussetzungen überdurchschnittlich
Deutschland verbesserte sich im Bereich "Infrastruktur" um neun Prozentpunkte und liegt jetzt durchschnittlich sieben Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Dazu tragen vor allem die mittlerweile erreichten Spitzenpositionen bei der Breitbandpenetration, der SSL-Server- und Computerdichte sowie den Internetzugängen in deutschen Haushalten bei. Bei der Penetration von Breitbandanschlüssen in der Bevölkerung liegt Deutschland mit knapp 30 Prozent auf Platz eins im europäischen Fünf-Länder-Vergleich. Dennoch besteht nach wie vor Nachholbedarf. Bis spätestens Ende 2010 sollen nach der Breitbandstrategie der Bundesregierung Breitbandanschlüsse mit einem Megabit pro Sekunde flächendeckend zu Verfügung stehen.

Teil2: Wie liegt Deutschland bei den einzelnen Anwendungen - lesen Sie weiter.

  • FTD.de, 06.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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