Die Kernindikatoren zur Bestimmung der Stärke des IKT-Standortes Deutschland
Die Stärke des IKT-Standorts Deutschland wird im Vergleich mit den bevölkerungsstärksten europäischen Staaten, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien gemessen. In diesem Länderranking liegt die deutsche IKT-Industrie 2008 rund 15 Prozent über dem europäischen Durchschnitt und somit auf dem zweiten Platz hinter Großbritannien. Frankreich folgt mit drei Prozentpunkten unter Durchschnitt, während die IKT-Standorte Italien und Spanien deutlich unter der europäischen Performance liegen.
Die Messungen stützen sich auf verschiedene Kernindikatoren. Das Gesamtergebnis dieser Messungen setzt sich aus Bewertungen für "Gesamtmarkt", "Infrastruktur" und "Anwendungen" zusammen.
Teilmärkte: Deutschland vor Großbritannien
Mit einer durchschnittlichen Performance von zwölf Prozent über dem Gesamtdurchschnitt verdrängt Deutschland im Segment "IKT-Gesamtmarkt" erstmals den bisherigen Spitzenreiter Großbritannien. Insbesondere sind die IKT-Patentanmeldungen, bei denen Deutschland 60 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegt, ursächlich für die eroberte Spitzenposition und Ausdruck seiner Innovationsfähigkeit. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Umsatz im B2C-E-Commerce von 913 Euro ist Deutschland sogar Weltmarktführer - vor den USA, wo 906 Euro pro Kopf umgesetzt werden.
Deutlichen Nachholbedarf hat Deutschland beim IT-Umsatzwachstum (86 Prozent vom europäischen Durchschnitt) und bei den Ausgaben für die Telekommunikation als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (88 Prozent). 50 Prozent der von TNS Infratest befragten Experten sehen dies den "Umsetzungsdefiziten von Innovationen in marktreife Produkte" geschuldet. 33 Prozent der Anwenderunternehmen fordern deshalb eine stärkere Fokussierung von Forschung und Entwicklung auf die folgenden Top-Wachstumsbereiche der IKT: "Embedded Systems", E-Energy, Internet der Dinge (insbesondere RFID), Internet der Dienste (zum Beispiel Cloud Computing) sowie mobile Anwendungen.
Technische Voraussetzungen überdurchschnittlich
Deutschland verbesserte sich im Bereich "Infrastruktur" um neun Prozentpunkte und liegt jetzt durchschnittlich sieben Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Dazu tragen vor allem die mittlerweile erreichten Spitzenpositionen bei der Breitbandpenetration, der SSL-Server- und Computerdichte sowie den Internetzugängen in deutschen Haushalten bei. Bei der Penetration von Breitbandanschlüssen in der Bevölkerung liegt Deutschland mit knapp 30 Prozent auf Platz eins im europäischen Fünf-Länder-Vergleich. Dennoch besteht nach wie vor Nachholbedarf. Bis spätestens Ende 2010 sollen nach der Breitbandstrategie der Bundesregierung Breitbandanschlüsse mit einem Megabit pro Sekunde flächendeckend zu Verfügung stehen.