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04.10.2010, 13:00
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Innovationskraft:
Alles in Butter bei Milchprodukten, Autos und Handys
Innovativität gilt schlechthin als der Motor für Wachstum und Standortsicherung. Als Indikatoren für Innovativität werden dabei häufig lediglich die Statistiken zu Patenten oder auch Ausgaben in Forschung und Entwicklung verwendet.
von Thomas Liehr (tns-infratest.com)
Diese Maßzahlen drücken Innovationsanstrengungen vorwiegend aus Sicht der Anbieter (Forschungsausgaben) oder aus technischer Sicht (Patente) aus. Für den Fall der Innovativität in B2C-Märkten bedeutet dies aber leider noch lange nicht, dass Innovationen auch da wahrgenommen werden, wo sie eigentlich ankommen sollten - nämlich beim Endverbraucher im jeweiligen Markt.
Innovationskraft: Deutliche Branchenunterschiede
Aus diesem Grund hat TNS Infratest gemeinsam mit fünf weiteren Ländern des TNS Europa Netzwerkes (Frankreich, UK, Spanien, Italien und Niederlande) Mitte 2010 eine eigenfinanzierte Forschungsstudie durchgeführt, wie Innovationen aus Sicht der Konsumenten über verschiedene Branchen hinweg wahrgenommen werden. Mit Stichprobengrößen von über 1000 Fällen je Land lassen sich hier präzise und bevölkerungsrepräsentative Aussagen für die Altersgruppe 18 bis 65 Jahre treffen.
Wo Kunden Innovationen vermuten
Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie innovativ die jeweilige Branche wahrgenommen und ob Innovativität in der jeweiligen Branche aus der Perspektive des Endverbrauchers überhaupt als wichtig und wünschenswert wahrgenommen wird. Darauf aufbauend hat die Forscher interessiert, wie zufrieden die Konsumenten mit dem aktuellen Produktangebot sind - wie deutlich also der Leidensdruck im Markt sichtbar wird. Schließlich wurde eruiert, welche konkreten Wünsche und Anforderungen die Konsumenten an Neuheiten in den jeweiligen Märkten stellen.
Hierbei zeigt sich ein sehr differenziertes Bild zwischen den sechs untersuchten Branchen: Automobile, Mobiltelefone / mobile Endgeräte, Finanzdienstleistungen, Soft Drinks, Milchprodukte und Körperpflege. Überraschend war jedoch das Ergebnis, dass sich kaum länderspezifische Unterschiede in Wahrnehmung und Einschätzung der Innovationskraft dieser Branchen zwischen den sechs untersuchten europäischen Ländern zeigten.
Innovationsleader Automobil
-Die Automobilindustrie gilt als traditionelles Aushängeschild innovativer Ingenieurskunst, doch deckt sich das auch mit der Verbrauchermeinung? Tatsächlich attestieren europäische Verbraucher den Autobauern eine sehr hohe Innovativität. Die Branche erreicht eine durchschnittliche Bewertung von 7,3 auf einer Skala von eins bis zehn. Der Wert eins ist dabei gleichzusetzen mit "ist überhaupt nicht innovativ" - zehn hingegen bedeutet "ist extrem innovativ". Die Wichtigkeit von Innovationen bei Autos stufen die Befragten sogar noch ein wenig höher ein. Dieser Wert erreicht eine 8,0 auf der Zehnerskala (1= überhaupt nicht wichtig, 10 = extrem wichtig). Auch die Zufriedenheit mit dem aktuellen Produktangebot wird mit einer 7,1 als hoch eingestuft (Skala wiederum von 1= überhaupt nicht zufrieden bis 10 = extrem zufrieden).
In der Gesamtinterpretation zeigt sich also für den Automarkt folgendes Bild: Die europäischen Verbraucher legen sehr großen Wert auf innovative Produkte und Ausstattungsmerkmale bei ihren Fahrzeugen und sind auch bereits recht zufrieden mit dem, was die Hersteller dazu derzeit anzubieten haben. Dennoch gibt es noch Luft nach oben und Innovativität bleibt ein starkes potentielles Differenzierungsmerkmal für Automarken. Slogans wie das frühere "Vorsprung durch Technik" oder -aktueller- "Créative Technologie" belegen, dass Anbieter diese Chance auch immer wieder aktiv in ihrer Unternehmenskommunikation aufgreifen und verfolgen. Die konkrete Wünsche, die Verbraucher den Autobauern ins Pflichtenheft diktieren betreffen besonders den Wunsch nach Hightech, einerseits als Selbstzweck und Spaß sowie Imagegründen, andererseits aber auch um die Bedienung der Produkte einfacher zu vereinfachen. Eine klare Botschaft: Hightech muss also rein ins Auto - und soll durchaus auch sichtbar sein - darf dabei aber keinesfalls kompliziert zu bedienen sein.
Teil 2: Wie die Situation bei mobilen Endgeräten aussieht.
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FTD.de, 04.10.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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