Steve Jobs ist Apple und Apple ist Steve Jobs: Dass ein Manager eine solche Strahlkraft für ein Unternehmen entfalten kann, liegt nach Ansicht des Psychologen Reiner Neumann vor allem an einer drastisch gestiegenen "Macht der Bilder". von Stefanie Kreiss (Hamburg)
Konzerne seien heutzutage aufgrund des Einflusses von Fernsehen und Internet noch viel stärker als früher gezwungen, ihre Produktbotschaften mit einer Person zu verknüpfen. "Ein Unternehmen ist eine abstrakte Größe. Aber wenn es mit einer Persönlichkeit verknüpft wird, entfaltet dies eine exorbitante Wirkung auf Konsumenten", sagt der Psychologe, der sich auf die Beratung von Managern spezialisiert hat. Slogans mit einem charismatischen Kopf zu verknüpfen, darauf komme es heute in vielen Unternehmen immer mehr an.
"Das Geschäft wird heute viel stärker symbolhaft betrieben als früher. Bilder haben eine größere Wirkung als langwierige Erklärungen." Steve Jobs habe es wie kaum ein zweiter verstanden, diesen Anspruch zu erfüllen und eine fast magische Aura zu entfalten. "Bei den meisten seiner großen öffentlichen Auftritte war er exorbitant präsent und exzellent vorbereitet", sagte Neumann. "Jeder Schritt, den er auf der Bühne machte, war minutiös vorbereitet." Die Inszenierung von Auftritten sei bei US-Unternehmen gang und gäbe, in Deutschland jedoch noch wenig verbreitet.
Der drastische mediale Wandel habe auch dazu geführt, dass viel mehr Informationen über die Persönlichkeit eines Top-Managers wie Jobs im Umlauf seien. Während früher charismatische Personen des Wirtschaftslebens wie beispielsweise Herrmann-Josef Abs auf ihren fachlichen Bereich beschränkt waren, interessierten heute alle Aspekte eines Wirtschaftslenkers, wie etwas seine Ehe oder seine Krankheiten. Auch diese Vermehrung des Wissens über die Persönlichkeit eines Manager könne zu eine Überhöhung seiner Persönlichkeit auslösen.
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