Die beiden Privatbanken verschmolzen zu Donner & Reuschel
Acht Jahre später stand die Bank erneut zum Verkauf. Die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission verlangten von der Commerzbank, die das Münchner Institut inzwischen übernommen hatte, die Bank zu verkaufen, weil die Commerzbank im Zuge des Finanzcrashs selbst klamm geworden war und sich Geld beim Staat leihen musste.
Droht das Ende der Privatbank?
Nun bekamen es auch die selbstbewussten Bayern mit der Angst zu tun. "Da war ich als Privatkundenberater gerade so richtig in Fahrt gekommen - und plötzlich musste ich fürchten, an eine Private-Equity-Firma verkauft zu werden, die wohl radikal das Personal gekürzt hätte", sagt Rautenberg. Es wäre wohl das Ende der 1947 gegründeten Privatbank gewesen, bei der Ärzte, Anwälte und Architekten ihre Millionen verwalten lassen und bei der schon Quandt-Erbin Susanne Klatten im Beirat saß.
Doch es kam anders. Am anderen Ende der Welt blickte Marcus Vitt, 45, überrascht auf sein iPhone, als er bei einem Kundenbesuch in Südamerika die FTD-Meldung las, Reuschel stehe zum Verkauf. Der Chef der Hamburger Privatbank Donner erkannte: Das war die Chance, schnell zu wachsen, um im zunehmend härter werdenden Kampf um die Millionäre nicht unterzugehen.