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Merken   Drucken   11.08.2008, 14:00 Schriftgröße: AAA

Internetnutzung: Nicht Kür, sondern Pflicht

Die Initiative D21 untersucht, wer sich wie, warum und mit welcher Intensität im Worldwide Web umschaut - oder eben nicht. Am Ende der Untersuchung steht der "(N)Onliner Atlas 2001-2008" mit entscheidenden Hinweisen für die Wirtschaft. von Robert A. Wieland (www.tns-infratest.com)
Das Internet ist in der heutigen Welt inzwischen zu einem selbstverständlichen Medium geworden. Nicht wegzudenken sind für private als auch berufliche Nutzer das Lesen und Versenden von E-Mails, die Recherche von Zugverbindungen und das Verfolgen der neuesten Nachrichten via Internet. Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille. In einer Zeit, in der sich viele ein Leben ohne Notebook oder BlackBerry nicht mehr vorstellen können, gibt es noch eine große Zahl an Mitbürgern, die mit den digitalen Medien wenigen oder gar keinen Kontakt haben. Neben denen, die sich dem neuen Medium grundsätzlich verweigern, bleibt einem Teil der Bevölkerung der Zugang zum Internet aufgrund eingeschränkter finanzieller Mittel oder fehlender technischer Voraussetzungen verwehrt.
Um die Jahrtausendwende waren alle Informationen, die man zum alltäglichen Leben brauchte, sowohl on- als auch offline erhältlich. Schon heute, nur acht Jahre später, hat sich das Gewicht in Richtung Internet verlagert. Studenten können sich beispielsweise nur noch per E-Mail für bestimmte Seminare anmelden, die günstigsten Flüge bekommt man oft nur im Internet und in immer mehr Berufen sind Internetkenntnisse nicht nur wünschenswert, sondern Grundvoraussetzung. Deshalb stellt sich heute nicht mehr die Frage: "Will ich überhaupt das Internet nutzen?" - es ist schlichtweg nicht mehr aus unserem alltäglichen Leben weg zu denken. Nonliner zu sein heißt vielfach gesellschaftlich wie sozial hinter allen Anderen zurück zu bleiben.
Die Netnutzung in Deutschland
Internetnutzung 2008: Fast zwei Drittel der Deutschen sind ...   Internetnutzung 2008: Fast zwei Drittel der Deutschen sind regelmäßig online
Wie steht es nun um die Internetnutzung in Deutschland? Seit 2001 dokumentiert der "(N)Onliner Atlas" - eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von TNS Infratest und unterstützt von zahlreichen Sponsoren - die Entwicklung der deutschen Internetlandschaft. Deutschlands größte Studie zur Internetnutzung und -nichtnutzung stellt fest: 42,2 Millionen Menschen in Deutschland sind im Jahr 2008 online - oder umgerechnet zwei Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren. Damit sind im vergangenen Jahr etwa 3 Millionen neue Internetnutzer hinzugekommen - der höchste Anstieg seit fünf Jahren.
Der harte Kern der Offliner oder Nonliner - das sind diejenigen, die auch in den nächsten 12 Monaten nicht planen, ins Netz zu gehen - ist in diesem Jahr erstmalig knapp unter die 30 Prozent-Marke gesunken.
Vom hippen Youngster zum kultivierten Silver Surfer?
Die dynamische Entwicklung, die die deutsche Informations- und Kommunikationswirtschaft in den vergangenen Jahren durchgemacht hat und immer noch durchläuft, ist gewaltig. Bei unserer Basiserhebung im Jahr 2001 hatten Internetnutzer noch ein junges und hippes Image. Private Internetnutzung war nur bei einer Minderheit überhaupt Thema. In Zahlen: 2001 surfte ein gutes Drittel (37 Prozent) der Bundesbürger im Internet.
Heutzutage ist das Internet ein Medium für jedermann - und die Nutzung für viele so alltäglich wie der Gang zum Briefkasten. Besonders erfreulich ist, dass sowohl das "hip" als auch das "jung" nicht mehr so ganz stimmen. Ältere Menschen stehen den neuesten Kommunikationstechnologien immer offener gegenüber. Zwar sind es naturgemäß immer noch die Jüngeren - vor allem Schüler und Studenten -, die mit über 90 Prozent Onliner-Anteil Spitzenreiter aller Altersgruppen sind. Das Wachstum der Internetnutzer wird jedoch mittlerweile hauptsächlich durch Neueinsteiger zwischen 40 und 69 Jahren getrieben. Inzwischen surfen schon 40 Prozent der sogenannten Best Ager (Altersgruppe 50) regelmäßig im Internet. Das liegt zwar noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, aber die hohen Wachstumsraten zeigen, dass gerade in dieser Altersgruppe noch viel Potenzial steckt.
Ganz selbstverständlich: Jugendliche testen Mobile ...   Ganz selbstverständlich: Jugendliche testen Mobile Internet-Geräte auf einer Messe in Las Vegas
Schon heute gilt: Der deutsche Surfer ist reifer geworden. Das Durchschnittsalter des deutschen Onliners steigt von Jahr zu Jahr und liegt 2008 bei 40 Jahren. Mit dieser äußerst positiven Entwicklung hat 2001 noch niemand gerechnet. In der Erläuterung der Ergebnisse hieß es damals: "Steigende Nutzerzahlen sind hauptsächlich bei den 14- bis 19-Jährigen zu erwarten."

Teil 2: Breitband - technisch von Null auf Hundert. Lesen Sie weiter.

  • FTD.de, 11.08.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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