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Unabhängigkeit von Werbeeinnahmen
Herbe Enttäuschungen wie die am Mittwoch beim Handelsstart sind neu für den vom Niederrhein stammenden Schumann und den Münsterländer Peters, die sich als Studenten in Münster kennen gelernt haben. Ihre Erfindung Tipp24 ist einer der wenigen Überlebenden des Internetbooms.
Als die Dotcom-Euphorie begann, arbeiteten Schumann und Peters bei einer Hamburger Multimediaagentur und suchten eine Idee, um im Internet Geld zu verdienen, ohne von Werbeeinnahmen abhängig zu sein, sagt Schumann. Kurz nachdem sie einen Marketingexperten von Lotto Hamburg getroffen hatten, schickten sie ihren ersten Businessplan an den Wagniskapitalgeber Earlybird und kündigten bald darauf.
Von Earlybird holten sich Schumann und Peters nicht nur das Startkapital, sondern im Jahr 2001 auch ihren Finanzchef Hans Cornehl. Der 38-Jährige, der den Businessplan für Tipp24 aus einem Papierstapel fischte, wirkt mit seinen zwei Metern Körpergröße und der ruhigen Art wie der besonnene große Bruder der beiden Gründer. Cornehls am Kopf anliegendes Haar verstärkt den Eindruck der Seriosität, gerade im Kontrast zu Schumanns Gelfrisur und Peters blonder Mähne. Schumann erzählt, dass Cornehl meist schon am Schreibtisch sitzt, wenn er und Peters gegen neun Uhr langsam im Büro eintrudeln.
Für Produkte und Strategie ist jedoch Schumann zuständig. Zu beiden Punkten hatten Investoren auf der Roadshow viele Fragen. Denn das Geld aus dem Börsengang will Tipp24 nicht in das erfolgreiche deutsche Lottogeschäft stecken, sondern in Übernahmen, neue Produkte sowie die Expansion ins Ausland.
Bis Börsenschluss erholte sich die Tipp24-Aktie. Auf dem Sektempfang nach dem Handelsstart wurde schon das leichte Überschreiten des Ausgabepreises bejubelt. Wenn es langfristig nach oben gehen soll, muss Schumann den Erfolg der Strategie und der neuen Produkte beweisen.