Die Bildung solcher Vertretungspärchen erspart dem Chef viel Arbeit. Auch Werner Schienle, Konfliktberater und Geschäftsführer der CCC Creative Comunication Consult in Stuttgart, empfiehlt Abteilungsleitern, die Verantwortung wenn möglich an die Mitarbeiter abzugeben. Erst wenn diese keine eigenverantwortliche Regelung hinbekommen, sollte sich der Chef einschalten. Zunächst könne die Führungskraft versuchen, in einer moderierenden Rolle dafür zu sorgen, dass die Entscheidungen von den Mitarbeitern getroffen werden. Erst wenn das nicht zum Erfolg führt, sollte der Chef selbst entscheiden.
"Dabei soll das Signal gegeben werden, dass es um faire Regelungen geht und nicht nach dem Nasenfaktor entschieden wird", betont Schienle. Das meiste Konfliktpotenzial böten bestimmte Termine wie etwa Brückentage, die von vielen Mitarbeitern gleichzeitig gewünscht werden. Hier sollte der Chef um einen Interessensausgleich bemüht sein. "Wer dieses Jahr entgegenkommenderweise auf besonders beliebte Brückentage verzichtet, sollte dafür nächstes Jahr als Erster Zugriff darauf bekommen", rät Schienle.
Aber der Interessensausgleich muss nicht immer in Form von Urlaubstagen erfolgen. Wer verzichtet, kann dafür auch an ganz anderer Stelle einen Vorteil bekommen. "Das Prinzip ist, den Suchraum für Ausgleich auf kreative Weise zu erweitern, also zum Beispiel den demnächst freiwerdenden Parkplatz in der Firmentiefgarage zu bekommen", fasst Schienle zusammen.