Woher Geld nehmen, wenn die Bank nicht mitspielt? Bernd Papenstein, Experte für Mittelstandsfinanzierung beim Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC), kennt das Problem - und die Lösung: "Wer kann, der mischt." Im Schnitt nutzen Mittelständler heute drei bis vier Finanzierungsinstrumente parallel, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger. Rund 40 Prozent der Unternehmen nutzen mindestens fünf Instrumente.
"Der richtige Finanzierungsmix ist eine sehr individuelle Sache"
Die Menge unterschiedlicher Geldquellen ist aber letztlich nicht entscheidend, sondern ihre Kombination. "Der richtige Finanzierungsmix ist eine sehr individuelle Sache", sagt Ingrid Spletter-Weiss, Finanzierungsexpertin bei der Commerzbank. Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle. Etwa, wie sich der Cashflow entwickelt und welche Bonitätsnote der Betrieb besitzt. Allerdings gibt es ein paar grundlegende Dinge, über die sich jeder Unternehmer Gedanken machen sollte.
Der erste Blick sollte stets auf die Bilanz fallen. Verfügt ein Unternehmen über hohes Anlage-, aber nur geringes Umlaufvermögen, bietet sich beispielsweise Leasing an. Auch Sale-and-Leaseback kommt dann infrage: Dabei verkauft ein Unternehmer teure Maschinen oder Immobilien an eine Leasinggesellschaft und mietet sie zur eigenen Nutzung zurück. Das setzt auf einen Schlag viel gebundenes Kapital frei.
Vor allem auf produzierende Betriebe trifft das häufig zu. Firmen, bei denen es sich umgekehrt verhält, rät Spletter-Weiss hingegen zu einer Borrowing-Base-Finanzierung. Bei der ist das Umlaufvermögen die Grundlage für einen Kredit, der stets neu angepasst wird.