FTD.de » Management + Karriere » Management » Der Mix finanziert den Mittelstand

Merken   Drucken   18.07.2011, 13:18 Schriftgröße: AAA

Kapitalquellen: Der Mix finanziert den Mittelstand

Die Banken knausern mit Firmenkrediten. Wer andere Geldquellen anzapfen will, sollte nicht nur eine wählen - sondern mehrere mischen. Und zwar richtig. von Julia Groth
Die BKN Biostrom AG steckt in der Zwickmühle. Einerseits kann der Betreiber von Biogasanlagen dank der beschlossenen Energiewende in Deutschland optimistisch sein. "Die Nachfrage nach unserem Angebot steigt spürbar", sagt Finanzvorstand Stephan Sander. Andererseits hat der Mittelständler aus dem niedersächsischen Vechta Schwierigkeiten, sich zu finanzieren. BKN will sein Geschäftsmodell erweitern und nicht mehr allein Biogasanlagen betreiben, sondern auch selbst bauen. Dafür braucht das Unternehmen Geld.
Noch vor wenigen Jahren hätte er ein solches Vorhaben mit 30 Prozent Eigenkapital finanzieren können, sagt Sander. Den Rest hätte die Bank übernommen. Vorbei. "Bis eine Anlage ans Netz geht, vergehen bis zu zwei Jahre. Über so einen langen Zeitraum übernimmt heute kaum noch eine Bank eine Vorfinanzierung." Die BKN hat deshalb eine Mittelstandsanleihe an den Börsen Hamburg und Hannover platziert. Das Papier ist seit Anfang Juni im Handel und bietet Anlegern einen Zins von 7,5 Prozent. 25 Mio. Euro will BKN damit einnehmen.
Woher Geld nehmen, wenn die Bank nicht mitspielt? Bernd Papenstein, Experte für Mittelstandsfinanzierung beim Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC), kennt das Problem - und die Lösung: "Wer kann, der mischt." Im Schnitt nutzen Mittelständler heute drei bis vier Finanzierungsinstrumente parallel, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger. Rund 40 Prozent der Unternehmen nutzen mindestens fünf Instrumente.
"Der richtige Finanzierungsmix ist eine sehr individuelle Sache" Die Menge unterschiedlicher Geldquellen ist aber letztlich nicht entscheidend, sondern ihre Kombination. "Der richtige Finanzierungsmix ist eine sehr individuelle Sache", sagt Ingrid Spletter-Weiss, Finanzierungsexpertin bei der Commerzbank. Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle. Etwa, wie sich der Cashflow entwickelt und welche Bonitätsnote der Betrieb besitzt. Allerdings gibt es ein paar grundlegende Dinge, über die sich jeder Unternehmer Gedanken machen sollte.
Der erste Blick sollte stets auf die Bilanz fallen. Verfügt ein Unternehmen über hohes Anlage-, aber nur geringes Umlaufvermögen, bietet sich beispielsweise Leasing an. Auch Sale-and-Leaseback kommt dann infrage: Dabei verkauft ein Unternehmer teure Maschinen oder Immobilien an eine Leasinggesellschaft und mietet sie zur eigenen Nutzung zurück. Das setzt auf einen Schlag viel gebundenes Kapital frei.
Vor allem auf produzierende Betriebe trifft das häufig zu. Firmen, bei denen es sich umgekehrt verhält, rät Spletter-Weiss hingegen zu einer Borrowing-Base-Finanzierung. Bei der ist das Umlaufvermögen die Grundlage für einen Kredit, der stets neu angepasst wird.

Teil 2: Auf die richtige Mischung achten

  • FTD.de, 18.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote