Kommt ungeschoren durch die Krise: Infineon-Chef Peter Bauer muss keine Gehaltseinbußen hinnehmen
Insgesamt gab Infineon 4,9 Mio. Euro für seine Vorstände aus. Im Vorjahr fielen noch 5,7 Mio. Euro an. Allerdings war es zwischenzeitlich auch zu einigen Änderungen in der Führungsriege gekommen. So räumte
Wolfgang Ziebart nach Querelen über die Strategie im Mai den Chefsessel. Ihm stehen aber weiterhin Bezüge zu sowie ein "einmaliges Übergangsgeld" in nicht näher bezifferter Höhe, das Ende August 2009 ausgezahlt wird.
Seit Monaten produziert der Halbleiterkonzern Krisenmeldungen am laufenden Band. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 (bis Ende September) türmte sich einen Verlust von 3,1 Mrd. Euro auf. Ein Großteil ist der chronisch notleidenden Speicherchip-Tochter
Qimonda geschuldet. Aber auch das Kerngeschäft mit Steuerungschips für Autos, Maschinen und Kommunikationsgeräten bereitete Probleme. Weltweit werden 3000 Stellen abgebaut. Und Anleger schockierte der Vorstand Anfang Dezember mit einer düsteren Prognose für 2009, die den Kurs um 40 Prozent einbrechen ließ.
Bauer, der nach seinem Amtsantritt in Branchenkreisen als Übergangskandidat gehandelt wurde, hat in seiner kurzen Amtszeit an der Führungsspitze bislang keine Sypmathiepunkte gesammelt. Vor allem das leidliche Gebaren um die Rettung von Qimonda hat ihm böse Kritiken beschert. Als er sich zunächst zierte, gemeinsam mit der sächsichen Landesregierung ein Rettungspaket für die angeschlagene Tochter zu schnüren, wurde er in der Lokalpresse als "Zocker" geschmäht.