Kein neuer Finanzvorstand:Post-Manager blitzt bei Schaeffler ab
Der Autozulieferer Continental wechselt seinen Finanzvorstand nun doch nicht aus. Alan Hippe bleibe erst einmal Finanzchef des Dax-Konzerns, verlautete es aus dem Umfeld des Unternehmens. Offiziell wollte sich Conti nicht äußern. von Martin Scheele und Kristina Spiller (Hamburg)
Die Suche nach einem neuen Finanzvorstand war vor über einem halben Jahr von Contis Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg, 66, gestartet worden. Zunächst suchte die Personalberatung Egon Zehnder nach passenden Kandidaten. Doch die eingereichten Vorschläge stießen nicht auf die Zustimmung des Chefkontrolleurs. Dann schlug der Headhunter Heiner Thorborg den Post-Manager Michael Krause dem Aufsichtsrat vor.
Die Kapitalseite des Gremiums signalisierte ihre Zustimmung, später ebenso Arbeitnehmervertreter. Die Bestellung schien nur eine Formalie zu sein, eine Ernennung zum Vorstand war noch für September geplant. Doch dann durchkreuzte Schaeffler-Chef Jürgen Geissinger, 49, von Grünbergs Pläne. In der vorletzten Augustwoche hatte das Familienunternehmen Schaeffler den Übernahmekampf um den Hannoveraner Dax-Konzern endgültig für sich entschieden.
Geißinger habe nach einem Gespräch mit Krause deutlich gemacht, dass er einen erfahreneren Finanzmanager für den Posten sucht, hieß es in Schaefflers Umfeld. Krause ist erst 32 Jahre alt, allerdings hat er schon als Finanzverantwortlicher für Siemens und Quelle gearbeitet. Seit gut einem Jahr amtiert er als Finanzvorstand der Kontraktlogistiksparte der Deutschen Post.
Alan Hippe hat nun mehr Arbeit
Krause hatte Ende August die Post informiert, dass er mit einem Wechsel zu Continental liebäugelt. Nach der überraschenden Kehrtwende in Hannover ändert sich für Krause im Bonner Konzern offenbar nichts. Er bleibe Finanzvorstand der Supply-Chain-Sparte, allerdings stünden dort demnächst Umstrukturierungen an. Offiziell wollten die Post und Schaeffler keinen Kommentar abgeben, Krause war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Für Contis Vizechef Alan Hippe, 41, bedeutet die Entscheidung eine Mehrbelastung. Der Finanzvorstand ist seit April auch verantwortlich für die Conti-Sparte Pkw-Reifen. Ab 1. Oktober soll er noch stärker operative Verantwortung übernehmen und dann die Division Contitech führen. Zu diesem Zeitpunkt sollte er eigentlich den Verwaltungsposten abgeben. Möglicherweise wird auf der für den 30. September anberaumten Aufsichtsratssitzung eine Entscheidung getroffen.
Hippe war mit 35 Jahren im vergleichsweise jungen Alter zum Conti-Finanzvorstand berufen worden. Die Berufung galt damals in Branchenkreisen als durchaus risikoreich. Der ehemalige Fraport-Manager arbeitete sich aber in Rekordzeit in seine neuen Aufgaben ein und ist seitdem bei Analysten und Investoren hoch geschätzt.
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