Kein Wechsel:Energieexperte sagt RWE-Spitzenposten ab
Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energieagentur (Dena), hat dem Energiekonzern RWE überraschend abgesagt. Der 56-Jährige werde nicht wie vorgesehen Chef der neuen Effizienzgesellschaft, teilte der Konzern zwei Monate vor dem geplanten Amtsantritt Kohlers mit. von Michael Gassmann (Düsseldorf) und Friederike von Tiesenhausen (Berlin)
Die Absage des Energieexperten durchkreuzt die Strategie von RWE-Chef Jürgen Großmann, das Umweltimage des Stromerzeugers mithilfe profilierter Seiteneinsteiger aufzupolieren. Vor knapp anderthalb Jahren machte er den früheren Hamburger Umweltsenator und Chef des Windkraftwerkherstellers Repower, Fritz Vahrenholt, zum Chef der RWE-Ökostromsparte Innogy.
"Das neueste Beispiel für unsere Klimaschutzstrategie ist Stephan Kohler", pries Großmann den Dena-Chef erst kürzlich vor Aktionären. Entsprechend enttäuscht äußerte sich der RWE-Chef am Montag: "Wir hatten uns auf die Zusammenarbeit gefreut." Es bleibe aber bei der Gründung der Effizienzgesellschaft zum 1. Juli.
Bleibt Chef der Deutschen Energie-Agentur: Stephan Kohler
Kohler, der jetzt einen Beratervertrag erhält, habe seine Vorstellungen über die künftige Position im Konzern nicht voll durchsetzen können, erfuhr die FTD. Weiterer Grund seiner Absage ist die Schwierigkeit, im Wahlkampfjahr 2009 einen Nachfolger für die Spitze der halbstaatlichen Dena zu finden, der beide Koalitionspartner zufriedengestellt hätte. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) - beide im Dena-Aufsichtsrat - drängten Kohler deshalb zum Bleiben.
Berlins Ex-CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger hatte sich für den Posten interessiert und auch schon im Kanzleramt vorgefühlt. Doch der gescheiterte Landespolitiker galt selbst in den eigenen Reihen als ungeeignet für die Dena-Leitung. Die SPD hätte eine derart parteiische Besetzung wie Pflüger auch auf keinen Fall mitgetragen. Größere Chancen hätte schon eher die Energieprofessorin Claudia Kemfert gehabt. Allerdings verfügt sie nicht über die gleiche Erfahrung wie Kohler.
Kohler hat nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Wochen mit dem Wirtschaftsministerium intensive Gespräche geführt. "Für mich war der Grund zu bleiben, dass wir in anspruchsvollen wirtschaftlichen Zeiten sind. Die Dena soll entsprechend positioniert sein." Die Agentur mit ihren 130 Mitarbeitern macht mehr als die Hälfte ihres Umsatzes durch Projekte mit Unternehmen. Sie spüre damit auch die Wirtschaftskrise.
Vielleicht ist die Dena als möglicher neuer Arbeitgeber für Pflüger aber noch nicht endgültig aus dem Spiel. Auch die zweite Dena-Geschäftsführerin Andrea Weinert verlässt die Energieagentur dieses Jahr und geht zurück ins Bundeswirtschaftsministerium. Einen Nachfolger für sie gibt es noch nicht.
Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr
Der Online-Maßschneider Shirts on the Fly wollte angreifen und sein Sortiment erweitern. Doch dann entschied sich einer der beiden Gründer zum Ausstieg. Jetzt versucht Matthias Naumann allein, sein Startup auf Kurs zu bringen. mehr
Gründerin Chalwa Heigl gibt den Startschuss für ihre rollende Patisserie, die von München aus die Welt erobern soll. Zwei neue Standorte für die mobilen Gugl-Theken, die künftig auch Getränke an Bord haben, stehen fest. mehr
Sven-Oliver Pink freut sich über Fördergeld, mit dem er die Schultasche der Zukunft entwickeln will. Der Ergobag-Macher feiert auch den Einzug in die Finalrunde des Deutschen Gründerpreises - und die eigene Hochzeit. mehr
Anke Domaske arbeitet an neuen Marketingaktionen. Die Gründerin will eine stattliche Qmilch-Pressemappe inklusive Katalog und Imagespot erstellen. Ferner bereitet sie sich auf die nächsten Produktionstage vor. mehr
NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?
Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?
Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu
mehr
Ob beim Meeting im Büro oder beim Chillen nach Feierabend: Im Geschäftsleben gibt es viele Begriffe, die ein angehender CEO kennen sollte. Das FTD-Businesstalk-Lexikon stellt diese Wörter vor. Diesmal: "erfreulich" und "signifikant". mehr
Jahrelang kämpfte der Fotopionier Leica mit der Pleite - und den eigenen Versäumnissen. Nun ist die Legende wieder da. Was dafür nötig war? Viel Geld und viel Mut. mehr
Sie wird schon lange als ungerecht kritisiert. Kippt das Verfassungsgericht die Grundsteuer, bekommen Hausbesitzer Geld zurück - wenn sie sich gewehrt haben. mehr
Georg Adolf Solmssen war ein mächtiger deutscher Bankier. Ein paar Monate später war der Sprecher der Deutschen Bank nur noch ein rechtloser Jude - wovor er bereits frühzeitig gewarnt hatte. mehr
Sie sind oft Gegenstand des Streits zwischen Mieter und Vermieter: die Betriebskosten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt die Mieterrechte gestärkt (Az.: VIII ZR 245/11 und 246/11). Interview mit Ulrich Ropertz mehr
Je besser die Konjunktur, desto wechselfreudiger die Unternehmen: Jede sechste Vorstandschef in deutschen Großkonzernen wurde 2011 ausgetauscht. Ob sich der Trend angesichts der negativen Konjunkturbotschaften hält? mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!