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Merken   Drucken   04.05.2009, 20:32 Schriftgröße: AAA

Kein Wechsel: Energieexperte sagt RWE-Spitzenposten ab

Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energieagentur (Dena), hat dem Energiekonzern RWE überraschend abgesagt. Der 56-Jährige werde nicht wie vorgesehen Chef der neuen Effizienzgesellschaft, teilte der Konzern zwei Monate vor dem geplanten Amtsantritt Kohlers mit. von Michael Gassmann (Düsseldorf) und Friederike von Tiesenhausen (Berlin)
Die Absage des Energieexperten durchkreuzt die Strategie von RWE -Chef Jürgen Großmann , das Umweltimage des Stromerzeugers mithilfe profilierter Seiteneinsteiger aufzupolieren. Vor knapp anderthalb Jahren machte er den früheren Hamburger Umweltsenator und Chef des Windkraftwerkherstellers Repower , Fritz Vahrenholt, zum Chef der RWE-Ökostromsparte Innogy.
"Das neueste Beispiel für unsere Klimaschutzstrategie ist Stephan Kohler", pries Großmann den Dena-Chef erst kürzlich vor Aktionären. Entsprechend enttäuscht äußerte sich der RWE-Chef am Montag: "Wir hatten uns auf die Zusammenarbeit gefreut." Es bleibe aber bei der Gründung der Effizienzgesellschaft zum 1. Juli.
Bleibt Chef der Deutschen Energie-Agentur: Stephan Kohler   Bleibt Chef der Deutschen Energie-Agentur: Stephan Kohler
Kohler, der jetzt einen Beratervertrag erhält, habe seine Vorstellungen über die künftige Position im Konzern nicht voll durchsetzen können, erfuhr die FTD. Weiterer Grund seiner Absage ist die Schwierigkeit, im Wahlkampfjahr 2009 einen Nachfolger für die Spitze der halbstaatlichen Dena zu finden, der beide Koalitionspartner zufriedengestellt hätte. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) - beide im Dena-Aufsichtsrat - drängten Kohler deshalb zum Bleiben.
Berlins Ex-CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger  hatte sich für den Posten interessiert und auch schon im Kanzleramt vorgefühlt. Doch der gescheiterte Landespolitiker galt selbst in den eigenen Reihen als ungeeignet für die Dena-Leitung. Die SPD hätte eine derart parteiische Besetzung wie Pflüger auch auf keinen Fall mitgetragen. Größere Chancen hätte schon eher die Energieprofessorin Claudia Kemfert gehabt. Allerdings verfügt sie nicht über die gleiche Erfahrung wie Kohler.
Kohler hat nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Wochen mit dem Wirtschaftsministerium intensive Gespräche geführt. "Für mich war der Grund zu bleiben, dass wir in anspruchsvollen wirtschaftlichen Zeiten sind. Die Dena soll entsprechend positioniert sein." Die Agentur mit ihren 130 Mitarbeitern macht mehr als die Hälfte ihres Umsatzes durch Projekte mit Unternehmen. Sie spüre damit auch die Wirtschaftskrise.
Vielleicht ist die Dena als möglicher neuer Arbeitgeber für Pflüger aber noch nicht endgültig aus dem Spiel. Auch die zweite Dena-Geschäftsführerin Andrea Weinert verlässt die Energieagentur dieses Jahr und geht zurück ins Bundeswirtschaftsministerium. Einen Nachfolger für sie gibt es noch nicht.
08:26:18 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Repower 143,05 EUR   -0,07%  -0.1
RWE 30,45 EUR   +1,55%  0.465
  • Aus der FTD vom 05.05.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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