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Merken   Drucken   12.12.2007, 20:25 Schriftgröße: AAA

Kleber sagt dem "Spiegel" ab

Claus Kleber bleibt dem Fernsehzuschauer im "Heute Journal" erhalten. Der "Spiegel" will nach seiner Absage in aller Ruhe nach einem geeigneten neuen Chefredakteur suchen.
Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender am Mittwoch in Mainz mit. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass der "Spiegel" sich Kleber als neuen Chefredakteur wünscht, nachdem der Vertrag mit dem amtierenden Chef Stefan Aust nicht über das Jahresende 2008 hinaus verlängert wurde. Seitdem hatte sich das ZDF darum bemüht, den Anchorman seines Nachrichten-Flaggschiffs "Heute Journal" zu halten.
ZDF-Intendant Markus Schächter sagte, Kleber sei "der Spitzenmann des deutschen TV-Journalismus. Ich freue mich sehr, dass er bei uns bleibt." Ein "Spiegel"-Sprecher sagte: "Wir bedauern die Absage sehr." Dass Blatt werde jetzt in aller Ruhe und ohne Zeitdruck weiter nach einem neuen Chefredakteur suchen.
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Klebers Medium ist das Fernsehen
Kleber selbst sagte nach Angaben des Senders, das Angebot des "Spiegel" sei eine große Ehre. "Ich traue mir die Aufgabe zu und habe meine Entscheidung gründlich abgewogen. Am Ende steht die Überzeugung: Das Fernsehen ist mein Medium", begründete er seine Entscheidung.
Kleber war in jungen Jahren für den "Kölner Stadt-Anzeiger" als Reporter im Einsatz. Nach seiner Jura-Promotion ging der gebürtige Reutlinger zunächst zum Südwestfunk und wurde Hörfunkjournalist. 1986 ging er ins Studio Washington, 1989 wurde er Chefredakteur des RIAS Berlin.
Info-Veranstaltung verschoben
Anfang der 90er Jahre zog es ihn wieder nach Washington zurück, diesmal als TV-Korrespondent. Nach einer kurzen Stippvisite im Londoner ARD-Büro wechselte Kleber 2003 als Anchorman des "Heute Journals" zum ZDF. Für seine Verdienste um die Sendung wurde Kleber unter anderem 2004 mit dem Herbert-Quandt-Medienpreis und 2005 mit dem Deutschen Fernsehpreis für die "beste Moderation einer Informationssendung" geehrt.
Zuvor war bekannt geworden, dass die "Spiegel"-Mitarbeiter am kommenden Montag detaillierter über die personelle Besetzung an der Redaktionsspitze informiert werden sollen. Eine für diesen Mittwoch seit längerem geplante regelmäßige Informationsveranstaltung der Mitarbeiter KG sei "wegen der aktuellen Ereignisse" auf den kommenden Montag verschoben worden, sagte eine Verlagssprecherin. Sie korrigierte damit frühere Angaben.
Augstein-Erben trugen Entscheidung nicht mit
Den Mitarbeitern gehört mit 50,5 Prozent die Mehrheit des Spiegel-Verlags. Weitere Anteilseigner sind der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Verlag Gruner&Jahr mit 25,5 Prozent, der auch an der Financial Times Deutschland beteiligt ist, sowie die Erben des Magazingründers Rudolf Augstein (1923-2002).
Dessen Sohn Jakob Augstein, selbst Journalist, hatte in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, "der 'Spiegel' braucht keinen Moderator, sondern einen Chef". Das Blatt hatte selbst die Berufung Klebers gemeldet und angemerkt, dass "die Erben ... die Entscheidung dem Vernehmen nach nicht mittragen".
Die beiden Stellvertreter des neuen Chefs stehen indes bereits fest: Matthias Müller von Blumencron, Chefredakteur von "Spiegel Online", und der bisherige Vize des Magazins, Martin Doerry, sind für das Amt bestimmt.
  • FTD.de, 12.12.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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