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Merken   Drucken   14.12.2009, 12:00 Schriftgröße: AAA

Kommunikationstechnologie: Zukunftsfähig dank IKT und Medien

Eine internationale Studie zeigt die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die deutsche Wirtschaft. Auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung wurden dazu Handlungsempfehlungen vorgestellt. von Arnold Picot (Münchner Kreis), Robert A. Wieland, Malthe Wolf und Kerstin Dirtheuer (tns-infratest.com) 
Immer stärker und gefragter: Informationstechnologie   Immer stärker und gefragter: Informationstechnologie
Auf dem Vierten Nationalen IT-Gipfel in Stuttgart unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde eines sehr deutlich: IKT entwickelt sich immer mehr zur deutschen Schlüsselindustrie. Zudem blickt die deutsche IKT-Branche wieder optimistischer in das Jahr 2010. Das zeigen auch die Ergebnisse der internationalen Delphi-Studie 2030. Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Herausgeber Münchner Kreis, EICT, Deutsche Telekom, TNS Infratest sowie den Förderern Siemens, Vodafone, Focus und wurde von VDE, SAP, Alcatel-Lucent Stiftung, IBM und dem BMWi unterstützt.
Zentrales Ergebnis ist, dass die IKT langfristig einer der wesentlichen Pfeiler der deutschen Wirtschaft darstellen wird. Mit Blick auf die Innovationskraft der deutschen IKT sprach sich Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) auf dem IT-Gipfel auch für eine enge Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft aus: "Die vorliegende Delphi-Studie zur Zukunft der Informations- und Wissensgesellschaft unterstreicht, dass Deutschland in vielen Innovationsfeldern das Potenzial hat, eine internationale Führungsrolle zu übernehmen. Die Bundesregierung sieht sich als Partner der IKT-Wirtschaft, die mit ihren neuen Technologien in den Schlüsselbranchen Automobil, Energie und Gesundheit großartige Marktchancen eröffnet."
Was Experten empfehlen
Unabdingbar für eine langfristige Sicherstellung des IKT-Standorts Deutschland sind nach Ansicht internationaler IKT-Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nachfolgende konkrete Handlungsempfehlungen.
Überwindung der Digitalen Spaltung: Die Kluft zwischen Gesellschaftsgruppen, die am digitalen Leben teilhaben und denen, die hiervon nicht profitieren, muss überwunden werden.
Die Entwicklung der Informationsgesellschaft stellt keinen Automatismus dar, der sich durch den rasanten Fortschritt technologischer Entwicklungen und der Wissensakkumulation zwangsläufig einstellt. Denn auch die gesellschaftlichen Bedingungen müssen mit den Veränderungen in diesem Tempo mithalten. Eine der größten Herausforderungen ist die Überwindung der Digitalen Spaltung, das heißt Zugangsoptionen, Breitbandangebot und Kompetenz für alle gleichermaßen zu schaffen. Nach Meinung der Experten steht die Überwindung der Digitalen Spaltung jedoch erst in rund 20 Jahren in Folge des demographischen Wandels an.
Da sich die Ausbreitung des Internets in unserem Alltags-, aber auch Berufsleben mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weiter verstärken wird, ist es aber schon heute notwendig, ältere Bürger in stärkerem Maß an die neuen Technologien und Anwendungen heranzuführen. Konkrete Treiber, die die Überwindung der Digitalen Spaltung in Deutschland positiv beeinflussen sind Bildung, Infrastrukturentwicklung und niedrige Kosten. Die verantwortlichen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Kräfte sind aufgefordert, in diesen Bereichen erhebliche weitere Anstrengungen zu unternehmen.
Medienkompetenz fördern: Bildungseinrichtungen und Unternehmen müssen gemeinsam auf die sich verändernden Anforderungen der Neuen Medien reagieren.
In spätestens 15 Jahren: Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen ...   In spätestens 15 Jahren: Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen nutzen das Internet und seine Dienste regelmäßig
Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet weiter stetig voran: In spätestens 15 Jahren werden mehr als 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland, Europa und den USA das Internet und seine Dienste aktiv und regelmäßig nutzen. Gleichzeitig wird auch die Nutzung von Anwendungen und Dienstleistungen des "social web" (Web 2.0) ansteigen. Dabei gilt es jedoch abzuwarten, welche Auswirkungen insbesondere mit Blick auf den Umgang mit persönlichen Daten jedes einzelnen Nutzers im Internet noch kommen werden. Denn trotz der umfassenden zeitnahen Verbreitung des Internets und seiner Dienste und insbesondere des sozialen Netzes, wird die Kompetenz zur Nutzung und Anwendung dieser technologischen Möglichkeiten in weiten Teilen der Bevölkerung noch nicht vorhanden sein.
Zur Sicherstellung der Kompetenzen sind die korrespondierenden Handlungsbedarfe anzupassen. Konkret muss die Kompetenz des einzelnen Bürgers im Umgang mit dem Internet und seinen digitalen Daten von Politik und Wirtschaft gezielt gefördert werden. Dabei ist die frühzeitige Heranführung von Kindern und Jugendlichen an das Internet in Kindergärten und Schulen notwendig, um bereits rechtzeitig eine höhere Kompetenz im Umgang mit digitalen Daten und Informationen zu erlangen. Zudem muss auch die entsprechende Fort- und Weiterbildung bei Erwachsenen sichergestellt werden, so dass eine verantwortungsvolle und kompetente Teilhabe der Bevölkerung an der Informationsgesellschaft der Zukunft gewährleistet werden kann.
Deutschland als Land der Ideen stärker fordern und fördern: Die erfolgreiche Ideen-Umsetzung soll durch weitere Finanzierungsmöglichkeiten unterstützt werden.
Bereits in der ersten Phase der Delphi-Studie wurde deutlich, dass die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft maßgeblich von Innovationen und einem funktionierenden Wettbewerb abhängig sind. Dabei kommt den Informations- und Kommunikationstechnologien aufgrund ihrer Querschnittsfunktion eine besondere Bedeutung zu. Die IKT-Industrie kann jedoch nur dann einen dauerhaften Beitrag zum Strukturwandel leisten, wenn sie selbst kontinuierlich innovativ bleibt. Unverzichtbar für einen funktionierenden Wettbewerb sind dabei vor allem auch junge Unternehmen.
Die Gründung von neuen Unternehmen in Deutschland ist im internationalen Vergleich jedoch sehr schwierig. Entscheidendes Hemmnis ist dabei die Schwierigkeit, ausreichende finanzielle Mittel zu akquirieren. Dadurch wird die Zahl der jungen, innovativen IKT-Unternehmen in Deutschland erheblich geringer. Die Politik muss deshalb dringend Rahmenbedingungen schaffen, damit mehr zusätzliches Kapital für Innovationen mobilisiert und investiert wird.

Teil 2: Was den Standort Deutschland noch beflügeln soll: Ausbau der Netze und Datenschutz.

  • FTD.de, 14.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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