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Merken   Drucken   25.06.2007, 21:27 Schriftgröße: AAA

Kopf des Tages: David Knower: Hausmeister des Höllenhunds

Im Private-Equity-Geschäft gibt es eine eherne Regel: Wer in dieser Branche etwas werden will, muss gute Deals machen. Wie immer gibt es Ausnahmen. David Knower ist so eine, der Deutschlandchef des US-Fonds Cerberus, eines der größten Wohnungskäufer hierzulande. von Angela Maier
Als Knower 2003 bei Cerberus anfing und bald zum Chef aufstieg, hatte er keinerlei Erfahrung mit Transaktionen. Er war lediglich damit beschäftigt, Netzwerke zu knüpfen. Fünf Jahre lang als Personalberater in Frankfurt, davor war der studierte Ökonom mit MBA-Abschluss elf Jahre lang in Finanz- und Controllingpositionen beim US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble tätig. Mit Zahlenkunde kennt er sich also bestens aus.
David Knower, Deutschlandchef von Cerberus, muss den gerade ...   David Knower, Deutschlandchef von Cerberus, muss den gerade lädierten Ruf korrigieren
Mit den Folgen missglückter Kalkulation hat er nun gerade wieder viel zu tun. Cerberus, nach dem Höllenhund in der griechischen Mythologie bezeichnet, trennt sich von 20.000 Gewerkschaftswohnungen, nur eineinhalb Jahre nach dem Kauf. Für das Problem mit der zu teuer eingekauften Wohnungstochter Baubecon ist Knower nur zum Teil verantwortlich. Den drohenden Imageschaden indes muss er korrigieren.
Dafür ist er nicht schlecht gerüstet: Schon vor seinem Start bei Cerberus kannte Knower "Gott und die Welt" in Frankfurt - und darüber hinaus. Der Vater zweier Teenager engagiert sich im American-German Business Club und der elitären Atlantik-Brücke. Mitglieder der Präsidentenfamilie Bush kenne er persönlich, heißt es. Und so kam es, dass ihn der US-Botschafter in Berlin, Daniel Coats, damals an Cerberus weiterempfahl. Bei dem Investor sitzt Dan Quayle im Vorstand, ehemals Vizepräsident der Regierung des älteren George Bush.
Schon zu Beginn seiner Amtszeit musste Knower Porzellan kitten, das der erste Deutschlandchef David Titlebaum mit seinem rüden Auftreten zerschlagen hat. Das tat Knower - auf seine Art. Regelmäßig lud er Spitzenpolitiker und Topmanager zu "parlamentarischen Abenden" in Berlin ein und heuerte so einen prominenten Berater nach dem anderen an. Ex-Allianz-Vorstände zählen dazu ebenso wie die zwei früheren Verteidigungsminister Volker Rühe und Rudolf Scharping. Zu Jahresbeginn setzte er sich mit der Anwerbung von Ex-DaimlerChrysler-Vorstand und Ex-VW-Chef Wolfgang Bernhard gegen Blackstone durch.
Unablässig ist Knower auf Geschäftsessen und Veranstaltungen, selbst am Wochenende. Der 46-Jährige macht sich darüber manchmal selber lustig, statt eines Chief Executive Officer (CEO) sei er eher ein "Chief Eating Officer". Das aufwendige Rechnen von Finanzmodellen überlässt er dagegen lieber anderen. Ohnehin hat bei jedem Deal Cerberus-Gründer Stephen Feinberg das letzte Wort. Bei anderen Managern, aber auch Verhandlungspartnern löst dies oft Frust aus. Denn Feinberg verlangt gerne in letzter Sekunde, den Preis noch einmal zu drücken.
  • Aus der FTD vom 26.06.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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