Deshalb dürften Pinault an Puma weniger die groben Fußballschuhe interessieren, sondern vor allem das Geschäft mit modischer Kleidung und Zubehör. Im vergangenen Jahr entwarf PPR-Designer Alexander McQueen mit Puma schon mal eine Schuhkollektion. Synergien könnten im gemeinsamen Management von Marken entstehen.
Hohe Kosten für Marketing
In der Luxusbranche fallen ähnlich wie im Sportgeschäft hohe Kosten für Kommunikation und Marketing an. Der junge Pinault macht kein Geheimnis daraus, dass er nach Übernahmezielen sucht. "Wir haben 5 Mrd. Euro, um Gelegenheiten zu nutzen", sagte er vor einem halben Jahr. Das hat er von seinem Vater François: Der baute die kleine bretonische Familienfirma in wenigen Jahren zum Weltkonzern aus.
Seinen ältesten Sohn François-Henri schickte er auf die elitäre Wirtschaftsschule HEC. Mit Ende 20 übernahm er die ersten Schlüsselpositionen im väterlichen Konzern. Unter anderem war er Chef der Kaufhauskette Fnac, in praktisch jeder Stadt Frankreichs eine der ersten Adressen für Bücher, Musik und Unterhaltungselektronik. In wenigen Jahren verdoppelte er den Umsatz. Später führte er die Familienholding Artémis. Zum Imperium der Pinaults gehören neben PPR auch das Auktionshaus Christie's, die Weinkellereien des Château Latour bei Bordeaux sowie der Erstligafußballklub von Rennes.
Der 70-jährige Vater hat sich schon lang aus der operativen Führung zurückgezogen, um sich als Investor und Kunstmäzen neue Abenteuer zu suchen. Er entscheide völlig unabhängig, sagt François-Henri Pinault. "Seit Jahren arbeite ich nicht mehr unmittelbar mit ihm zusammen. Das wäre auch sehr schwierig." In Frankreich gilt der alte Pinault als eine der größten Unternehmerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Der Sohn hat zwar freie Bahn, durchgestartet ist er aber bislang noch nicht.