Mit Immobilien groß gewordenDer studierte Betriebswirt Funke ist mit Immobilien quasi groß geworden. Zu Beginn seiner Laufbahn, 1984, steigt er bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank ein, einem der Vorläuferinstitute der heutigen
HypoVereinsbank . 1998 geht er für die Hypo nach London und wird Leiter des Bereichs Immobilienfinanzierung. In der europäischen Finanzmetropole lernt Funke, wie sich auch in schwierigen Märkten Geld verdienen lässt - wenn man die Risiken begrenzt.
Funke sieht sich nicht als typischen Immobilienbanker, der Hypotheken ausleiht. "Wir haben ein Modell, das kapitalmarktgetrieben ist", umschrieb er beim Start der HRE sein Modell. Der Ansatz sei der einer Investmentbank. "Jede Transaktion muss sich rechnen, sonst machen wir es nicht."
Nicht alles ist dem HRE-Chef seither gelungen. Im Herbst 2005 will er die größte deutsche Immobilienbank
Eurohypo übernehmen - und wird vom Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller ausgebremst, der legt ein höheres Angebot vor.
Funke hat aus der Niederlage gelernt. Anders als damals bei der Eurohypo holt er sich diesmal die Zustimmung des gesamten Depfa-Topmanagements ein. Depfa-Chef Gerhard Bruckermann, der stellvertretender Aufsichtsratschef bei der HRE werden soll, sagt anerkennend: "Es wird sehr schwer sein, für jemanden Dritten ein Angebot dagegenzuschreiben."
Der Vorstandschef des fusionierten Instituts setzt trotz der neuen Größe auf alte Tugenden. Funke will der "Kultur der schnellen Entscheidungen" treu bleiben.