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Merken   Drucken   19.04.2007, 21:01 Schriftgröße: AAA

Kopf des Tages: Gerhard Bruckermann - Der Absahner

Der Mann hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Dieses Lächeln weicht auch nicht, wenn Gerhard Bruckermann einmal Unangenehmes zu verkünden hat. Das passierte dem Chef der Depfa Bank 2005 gleich zweimal. von Rolf Lebert
Seine Pläne, in den USA einen Kreditversicherer zu gründen, scheiterten, weil die Ratingagenturen das dafür nötige "AAA"-Rating verweigerten. Im gleichen Jahr platzte der Verkauf der Tochtergesellschaft Deutsche Pfandbriefbank, weil kein Investor bereit war, den von Bruckermann geforderten Preis zu zahlen. Macht nichts, dann machen wir das Geschäft in den USA halt ohne Kreditversicherer, und die Pfandbriefbank behalten wir einfach. Meinte Bruckermann, und lächelte.
Gerhard Bruckermann   Gerhard Bruckermann
Der Mann, der "nie laut wird", wie es in seiner Umgebung heißt, ist erfolgreich, sehr erfolgreich sogar. Nicht von ungefähr halten sich seit Jahren Gerüchte, er sei der bestbezahlte Banker Deutschlands, würde bei der Depfa  sogar mehr verdienen als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Tatsache ist, dass die kumulierten Bezüge des achtköpfigen Depfa-Vorstands in den vergangenen drei Jahren mit durchschnittlich 31,5 Mio. Euro die 28,7 Mio. Euro des fünfköpfigen Deutsche-Bank-Vorstands von 28,7 Mio. Euro klar deklassierten. Wie viel davon auf sein Konto fließt, will der 54-jährige Bruckermann nicht verraten.
Klar, dass in Zeiten, in denen sich jeder Vorstand einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft in die Taschen schauen lassen muss, solche Diskretion bei auf Transparenz bedachten Investoren wie ein rotes Tuch wirkt. Die Investmentgesellschaft Deminor, ein kleinerer Aktionär der Depfa, will Licht ins Dunkel bringen und hat Bruckermann in mehreren Briefen aufgefordert, seine Bezüge offenzulegen. Außerdem mag es die Gesellschaft nicht, dass Bruckermann in Personalunion Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzender der Depfa ist. Deminor erkennt einen Interessenkonflikt und verlangt von Bruckermann, dass er den Aufsichtsratsvorsitz abgibt. Höflich, aber bestimmt wies Bruckermann beide Ansinnen zurück.
Firmensitz nicht ohne Grund in Irland
Da er nicht nur Banker, sondern von Haus aus Jurist ist, wähnt Bruckermann sich zumindest juristisch auf der sicheren Seite. Die Depfa hat nämlich nicht ohne Grund ihren Sitz im irischen Dublin und ist damit eine Gesellschaft irischen Rechts. Nach diesem Recht muss Bruckermann weder sein Gehalt nennen noch seine Doppelfunktion auflösen, selbst wenn auch im angelsächsischen Raum die dort nicht unübliche Verquickung von Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzenden aus Gründen einer sauberen Unternehmensführung zunehmend umstritten ist.
Mit allergrößter Gelassenheit wird Bruckermann auf der heutigen Hauptversammlung in Dublin den Kritikern erläutern, dass er eigentlich unschuldig an seinem Gehalt ist, dessen Höhe er kaum beeinflussen kann. Der Löwenanteil der Bezüge wird nämlich in Aktien gezahlt. Und wenn der Kurs steigt, steigt auch sein Gehalt. So einfach ist kaufmännische Logik.
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  • Aus der FTD vom 20.04.2007
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