Klaus Jacobs, Ex-Kaffee-Unternehmer, schafft sich in seiner Geburtsstadt Bremen ein Denkmal
"Ich bin Bremer, Schweizer, Europäer. In dieser Reihenfolge, bitte!", stellte er später klar. Und nun setzt er ein gewaltiges Zeichen, dass die Aussage belegen soll: 200 Mio. Euro wird seine Stiftung der International University Bremen spenden, die im Gegenzug in Jacobs University Bremen umbenannt wird. Die Familie Jacobs wird damit auf lange Zeit mit der Hansestadt untrennbar verbunden bleiben. Schweizer Pass hin oder her.
Ein Großteil des Familienvermögens hat seinen Ursprung in der Stadt an der Weser. Der heute 69-jährige Jacobs gibt es in protestantischer Manier wieder zurück. In Deutschland sei das Mäzenatentum nicht ausgeprägt genug, bemängelt er. Nun möchte er ein Beispiel geben.
Jacobs hat sich zweimal von Neuem ein Imperium aufbauen müssen. Das erste Mal begann er als 35-Jährige, der seinem Vater den Chefposten das Kaffeerösters abtrotzte. Mit neuen Ideen baute er ab 1972 den Konzern zum Kaffee- und Schokoladenimperium Jacobs Suchard auf. Als das Geschäft stärker unter Druck geriet, verkaufte er die interessanten Konzernteile an den US-Konzern Philip Morris. Die Schweizer geißelten das damals als unpatriotischen Akt. Es sei die einzige wirkliche Krise seines Lebens gewesen, sagte er später. Aus den Resten des Konzerns baute Jacobs später ein neues Imperium auf, nachdem er seine Geschwister herausgekauft hatte. Die Sparte mit der Rohkakao-Verarbeitung, die heute unter dem Namen Barry Callebaut firmiert, baute er zum Branchenführer auf.