Nicholas Moore hat Macquarie groß gemacht
Moore ist der Architekt des Ganzen. Der gelernte Buchhalter heuerte 1986 bei Macquarie an und entwickelte ein einzigartiges Geschäftsmodell. Lange Zeit waren Investmentbanken nur Berater und Vermittler. Sie investierten nicht selbst ihr Kapital, sondern das ihrer Kunden. Anfang der 90er-Jahre begann die Regierung in Canberra, öffentliche Betriebe an private Unternehmen zu verkaufen. Gleichzeitig wurde ein Gesetz verabschiedet, das den Bürgern vorschrieb, einen Teil ihres Gehalts in Fonds zurückzulegen. Macquarie kombinierte das, erwarb eine Lizenz, eine Straße zu betreiben, kaufte das Unternehmen und reichte es den Investoren der Macquarie-Fonds weiter. Moore konzipierte den ersten Infrastrukturfonds, den Hills Motorway Trust, der 1994 an die Börse gebracht wurde.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bislang hat sich Macquarie trotz Kreditkrise gut geschlagen. Während andere Banken wie
Citigroup ,
Merrill Lynch oder
UBS Milliardenabschreibungen vornehmen und Staatsfonds aus Singapur und dem Nahen Osten als Kapitalgeber an Land ziehen mussten, fahren die Australier Rekordgewinne ein. Am Mittwoch stellten die Australier sogar einen Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2008 von 23 Prozent auf 1,8 Mrd. australische Dollar in Aussicht. Dass Analysten noch mehr erwartet hatten und die Aktie neun Prozent verlor, lässt Moore kalt: "Die Analysten gewöhnen sich an gute Zahlen und erwarten eh immer mehr."
Das ist typisch für Moore, der in Verhandlungen als aggressiv und unnachgiebig gilt. Auch in seiner Freizeit versteht er mitunter keinen Spaß. Er ist Chairman von Police & Community Youth Clubs NSW (PCYC), das 59 Jugendklubs betreibt. Als ein College namens Blacktown-Bidwill sich weigerte, einen teureren Mietvertrag zu unterschreiben, wurde es von PCYC kurzerhand hinauskomplimentiert. Erst eine Krisensitzung beendete den Streit.