Wenn Aufsichtsratschef Gerhard Cromme am Sonntagnachmittag den Tagesordnungspunkt zwei aufruft, muss Ralf Heckmann den Hauptteil seiner Arbeit schon getan haben - die Arbeitnehmervertreter auf den neuen Siemens-Chef einzuschwören. von Thomas Fromm, Sven Clausen
Der 57-jährige Gesamtbetriebsratsvorsitzende ist nicht nur Vizeaufsichtsratschef, sondern neben Cromme und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann das dritte Mitglied im Präsidium. Dessen Hauptaufgabe: Vorschläge für die Auswahl der Vorstandsmitglieder für den Rest des Aufsichtsrats. Heckmann muss die Arbeitnehmervertreter im 20-köpfigen Aufsichtsrat im Idealfall schon vor der Sitzung auf die Linie der Dreierrunde bringen, um zermürbende Diskussionen zu verhindern.
Ralf Heckmann
Die Autorität dazu hat er wie kaum ein Zweiter: Der IG Metaller sitzt seit 1988 im Aufsichtsrat - und gilt daher nicht nur wegen seiner Position im Präsidium als graue Eminenz. Der mächtigste Arbeitnehmervertreter im Konzern war stets ein treuer Stellvertreter des inzwischen über die Schmiergeldaffäre gestürzten Aufsichtsratschefs Heinrich von Pierer. "Die beiden verstanden sich gut, auf Heckmann konnte sich von Pierer stets verlassen", heißt es bei Siemens. Wie weit die Verbindung der beiden ging, zeigt, dass man sich auch zum privaten Kartenspielen traf.
Extrem verschwiegen und loyal
Bilderserie
Bilderserie: Der perfekte Siemens-Kandidat
In seinem Abschiedsgruß an von Pierer schrieb Heckmann vor einigen Wochen: "Herr von Pierer hat es immer verstanden, die Arbeitnehmerinteressen mit den Unternehmensinteressen in Einklang zu bringen." Von Pierers Entscheidung zurückzutreten sei "als Ausdruck seiner hohen moralischen Verantwortung für das Unternehmen" zu sehen. Umso schwerer muss es Heckmann gefallen sein, die Demontage von Pierers am Ende zu unterstützen. Der Fall von Pierer zeigt aber auch eine andere wichtige Seite Heckmanns: Er ist pragmatisch genug, um sich zeitig auf neue Machtkonstellationen einzustellen.
Heckmann gilt innerhalb des Arbeitnehmerflügels als extrem verschwiegen und loyal. Für viele IG Metaller ist er daher ein "Grenzgänger" - im Auftrag der IG Metall unterwegs, die Interessen des Konzerns aber immer fest im Blick.
Zuletzt hatte er den Zorn vieler Kollegen auf sich gezogen, als er in einem Zeitungsinterview mit Bezug auf die Schmiergeldaffäre sagte, er wolle nicht für jeden IG-Metall-Betriebsratsvorsitzenden bei Siemens die Hand ins Feuer legen. "Wir gehen davon aus, dass auch in unseren Reihen Fälle hochkommen werden", sagte Heckmann. Populär war dies in den eigenen Reihen kaum: Gerade war die Affäre um dubiose Zahlungen von Siemens an den Gründer der Anti-IG-Metall-Arbeitnehmervereinigung AUB ins Rollen gekommen. Oberwasser für die IG Metall, doch Heckmann hat eben immer auch Siemens im Blick.
Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr
Der Online-Maßschneider Shirts on the Fly wollte angreifen und sein Sortiment erweitern. Doch dann entschied sich einer der beiden Gründer zum Ausstieg. Jetzt versucht Matthias Naumann allein, sein Startup auf Kurs zu bringen. mehr
Gründerin Chalwa Heigl gibt den Startschuss für ihre rollende Patisserie, die von München aus die Welt erobern soll. Zwei neue Standorte für die mobilen Gugl-Theken, die künftig auch Getränke an Bord haben, stehen fest. mehr
Sven-Oliver Pink freut sich über Fördergeld, mit dem er die Schultasche der Zukunft entwickeln will. Der Ergobag-Macher feiert auch den Einzug in die Finalrunde des Deutschen Gründerpreises - und die eigene Hochzeit. mehr
Anke Domaske arbeitet an neuen Marketingaktionen. Die Gründerin will eine stattliche Qmilch-Pressemappe inklusive Katalog und Imagespot erstellen. Ferner bereitet sie sich auf die nächsten Produktionstage vor. mehr
NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?
Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?
Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu
mehr
Ob beim Meeting im Büro oder beim Chillen nach Feierabend: Im Geschäftsleben gibt es viele Begriffe, die ein angehender CEO kennen sollte. Das FTD-Businesstalk-Lexikon stellt diese Wörter vor. Diesmal: "erfreulich" und "signifikant". mehr
Jahrelang kämpfte der Fotopionier Leica mit der Pleite - und den eigenen Versäumnissen. Nun ist die Legende wieder da. Was dafür nötig war? Viel Geld und viel Mut. mehr
Sie wird schon lange als ungerecht kritisiert. Kippt das Verfassungsgericht die Grundsteuer, bekommen Hausbesitzer Geld zurück - wenn sie sich gewehrt haben. mehr
Jeder weiß, was sich hinter dem Begriff Pressearbeit verbirgt. Jeder weiß, dass Unternehmen gut funktionierende Pressearbeit braucht. Doch nur die wenigsten können passende Ziele definieren und Strategien ableiten. mehr
Sie sind oft Gegenstand des Streits zwischen Mieter und Vermieter: die Betriebskosten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt die Mieterrechte gestärkt (Az.: VIII ZR 245/11 und 246/11). Interview mit Ulrich Ropertz mehr
Skypen im Sand, Konferieren unter Palmen: Selbst auf den einsamsten Inseln wird heute WLAN installiert. Darüber kann man lamentieren - oder seinen Arbeitsplatz für ein paar Wochen an die schönsten Ecken dieser Erde verlegen. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!