Doch das Klischee stimmt nur teilweise. Ballmer, der seinen Bachelor in Mathematik und Wirtschaft mit Ende 20 in Harvard mit der Note "magna cum laude" machte, ist zugleich Finanzmann und Analytiker - Eigenschaften, die er heute dringend braucht. Microsoft, groß und teils übermächtig geworden mit PC-Programmen, rangelt mit neuen Wettbewerbern um seinen Platz in der Internetwelt:
Google ,
Yahoo , Medienkonzerne. Der Kaufpreis für
Aquantive von 6 Mrd. $ zeigt, dass Ballmer bereit ist, enorme Summen zu investieren. Bisherige Versuche, die aus der PC-Software-Welt gewohnten Erfolge in andere Geschäfte zu transferieren, waren nur mäßig erfolgreich. Der iPod-Konkurrent Zune und der Internetdienst MSN sind mahnende Beispiele.
Ballmer ist ein Kraftpaket mit Schweizer Wurzeln. Sein Vater Fritz Hans ließ sich in Detroit nieder und schaffte es bis ins mittlere Management bei Ford. Steve lernte vor Microsoft nur einen anderen Arbeitgeber kennen. Bei Procter & Gamble saß er Ende der 70er-Jahre für ein paar Monate Jeffrey Immelt gegenüber, heute Chef von General Electric.
Ballmer gehören rund vier Prozent der Microsoft-Aktien. Das Magazin "Forbes" taxiert sein Vermögen auf 15 Mrd. $. Dass der Manager aber keine pekuniäre Motivation braucht, um seine ganze Kraft für Microsofts Online-Offensive einzusetzen, davon kann sich jeder überzeugen, der im Netz nach den Filmchen googelt, die seine Auftritte zeigen. Nur seine drei Söhne nicht. Denen hat er ein Google-Verbot erteilt.