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Merken   Drucken   20.05.2007, 20:40 Schriftgröße: AAA

Kopf des Tages: Steve Ballmer: Das Kraftpaket

Auf der Bühne ist Microsoft-Chef Steve Ballmer um starke Auftritte nie verlegen. Legendär ist ein im Internet kursierendes Video, das ihn wild tanzend und springend zeigt: "Ich möchte Ihnen vier Worte sagen: Ich liebe diese Firma!". Auch jetzt, beim Kauf der Internet-Werbefirma Aquantive, gibt sich der Microsoft-Chef offensiv. von Michael Gassmann
Steve Ballmer gibt 6 Mrd. $ für Aquantive aus, um Microsoft in die ...   Steve Ballmer gibt 6 Mrd. $ für Aquantive aus, um Microsoft in die Internetwelt zu bringen.
"Die Ankündigung spiegelt den nächsten Schritt in der Entwicklung unseres Anzeigennetzwerks wider, und diesmal mit der vollen Kapazität des Internets."
Selbstdarstellung auf der einen Seite, bedingungslose Loyalität zu Microsoft  auf der anderen: Das sind die beiden Facetten des Steve Ballmer. Microsoft-Gründer Bill Gates lockte seinen heute 51-jährigen Freund 1980 aus dem MBA-Studium in Stanford. Microsoft war damals eine völlig unbedeutende Softwarefirma und kämpfte um den ersten Großauftrag von IBM , der den Grundstein für die heutige Monopolstellung bei PC-Software bedeutete. Bis heute bilden Gates und Ballmer ein symbiotisches Team. Gates gilt als technischer Visionär, während Ballmer die eigene Verkaufsmannschaft einmal so angefeuert haben soll, dass er seine Stimmbänder anschließend im Krankenhaus behandeln lassen musste.
Google-Verbot für die Söhne
Doch das Klischee stimmt nur teilweise. Ballmer, der seinen Bachelor in Mathematik und Wirtschaft mit Ende 20 in Harvard mit der Note "magna cum laude" machte, ist zugleich Finanzmann und Analytiker - Eigenschaften, die er heute dringend braucht. Microsoft, groß und teils übermächtig geworden mit PC-Programmen, rangelt mit neuen Wettbewerbern um seinen Platz in der Internetwelt: Google , Yahoo , Medienkonzerne. Der Kaufpreis für Aquantive  von 6 Mrd. $ zeigt, dass Ballmer bereit ist, enorme Summen zu investieren. Bisherige Versuche, die aus der PC-Software-Welt gewohnten Erfolge in andere Geschäfte zu transferieren, waren nur mäßig erfolgreich. Der iPod-Konkurrent Zune und der Internetdienst MSN sind mahnende Beispiele.
Ballmer ist ein Kraftpaket mit Schweizer Wurzeln. Sein Vater Fritz Hans ließ sich in Detroit nieder und schaffte es bis ins mittlere Management bei Ford. Steve lernte vor Microsoft nur einen anderen Arbeitgeber kennen. Bei Procter & Gamble saß er Ende der 70er-Jahre für ein paar Monate Jeffrey Immelt gegenüber, heute Chef von General Electric.
Ballmer gehören rund vier Prozent der Microsoft-Aktien. Das Magazin "Forbes" taxiert sein Vermögen auf 15 Mrd. $. Dass der Manager aber keine pekuniäre Motivation braucht, um seine ganze Kraft für Microsofts Online-Offensive einzusetzen, davon kann sich jeder überzeugen, der im Netz nach den Filmchen googelt, die seine Auftritte zeigen. Nur seine drei Söhne nicht. Denen hat er ein Google-Verbot erteilt.
08:35:45 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
Microsoft 29,06 USD   -0,03%  -0.01
  • Aus der FTD vom 21.05.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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