Kopf des Tages:Thilo Sarrazin - Kein Gegner zu groß
Der Berliner Finanzsenator gibt ganz offen zu, dass er in fremden Revieren wildert. "Eigentlich ist das ja gar nicht mein Ressort", sagt Thilo Sarrazin, wenn er über die geplante Privatisierung der Deutschen Bahn spricht. "Aber ich will diesen Irrsinn verhindern." von Jens Tartler
Das ist Sarrazins Mission. Dabei ist der 62-jährige SPD-Politiker im Grunde für die Privatisierung. Aber nicht so, wie Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sie sich vorstellen. Sarrazin kämpft für die Trennung von Netz und Betrieb. Das hat er auch am Donnerstag noch einmal deutlich gemacht, als er in Berlin neben einigen Chefs von Verkehrsverbünden saß. Die Funktionäre befürchten Streckenstilllegungen bei einem Börsengang mit Schienennetz. Dass der viel beschäftigte Finanzsenator sich die Zeit für diese Treffen nimmt, zeigt einmal mehr seinen Willen, das angepeilte Ziel zu erreichen.
Thilo Sarrazin profiliert sich als einer der schärfsten Kritiker des Bahn-Börsengangs
Der Volkswirt ist bekannt dafür, keinem Streit aus dem Weg zu gehen. Bei der Treuhandliegenschaftsgesellschaft etwa, einer von mehreren Stationen seiner Karriere, überwarf er sich mit dem damaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD). Die Folge: Der versierte Finanzprofi, der seine Laufbahn im Bundesfinanzministerium gestartet hatte, gab den Posten auf. 2000 wechselte er zur Deutschen Bahn. Zunächst leitete Sarrazin die Konzernrevision, dann stieg er zum Vorstand der DB Netz auf. Die Episode bei der Bahn dauerte nur zwei Jahre. Der in Gera geborene Sarrazin verließ das Staatsunternehmen, weil er mit Mehdorn nicht konnte. Sarrazin erklärt das Zerwürfnis so: "Wir bekamen zusätzliches Geld vom Bund. Und es wurde von mir verlangt, das unwirtschaftlich rauszuhauen. Ich habe gesagt, das machen wir nicht, wir schreiben die Aufträge ordentlich aus."
In seinem Kampf gegen Mehdorn, Tiefensee und Co. hat Sarrazin in der Bundespolitik kaum Verbündete. "Ich bin entsetzt, dass es keinen Bundesminister gibt, der das sieht oder wahrhaben will." Über seinen Parteifreund Tiefensee ätzt er: "Der versteht gar nichts." Überhaupt nicht passen kann es ihm da auch, dass die sozialdemokratische Justizministerin Brigitte Zypries sowie Innenminister Wolfgang Schäuble und Wirtschaftsminister Michael Glos von der Union ihre Bedenken gegen Tiefensees Gesetzentwurf aufgegeben oder schlicht resigniert haben.
Und auch die Bahn-Oberen arbeiten gegen den Berliner Senator. Finanzvorstand Diethelm Sack rief eigens Journalisten zusammen, um über Sarrazins "üble Gaukelei" herzuziehen. Aber der verfährt ja eh schon seit Jahren nach der Devise: viel Feind, viel Ehr.
Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr
Der Online-Maßschneider Shirts on the Fly wollte angreifen und sein Sortiment erweitern. Doch dann entschied sich einer der beiden Gründer zum Ausstieg. Jetzt versucht Matthias Naumann allein, sein Startup auf Kurs zu bringen. mehr
Gründerin Chalwa Heigl gibt den Startschuss für ihre rollende Patisserie, die von München aus die Welt erobern soll. Zwei neue Standorte für die mobilen Gugl-Theken, die künftig auch Getränke an Bord haben, stehen fest. mehr
Sven-Oliver Pink freut sich über Fördergeld, mit dem er die Schultasche der Zukunft entwickeln will. Der Ergobag-Macher feiert auch den Einzug in die Finalrunde des Deutschen Gründerpreises - und die eigene Hochzeit. mehr
Anke Domaske arbeitet an neuen Marketingaktionen. Die Gründerin will eine stattliche Qmilch-Pressemappe inklusive Katalog und Imagespot erstellen. Ferner bereitet sie sich auf die nächsten Produktionstage vor. mehr
NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?
Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?
Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu
mehr
Ob beim Meeting im Büro oder beim Chillen nach Feierabend: Im Geschäftsleben gibt es viele Begriffe, die ein angehender CEO kennen sollte. Das FTD-Businesstalk-Lexikon stellt diese Wörter vor. Diesmal: "erfreulich" und "signifikant". mehr
Jahrelang kämpfte der Fotopionier Leica mit der Pleite - und den eigenen Versäumnissen. Nun ist die Legende wieder da. Was dafür nötig war? Viel Geld und viel Mut. mehr
Sie wird schon lange als ungerecht kritisiert. Kippt das Verfassungsgericht die Grundsteuer, bekommen Hausbesitzer Geld zurück - wenn sie sich gewehrt haben. mehr
Jeder weiß, was sich hinter dem Begriff Pressearbeit verbirgt. Jeder weiß, dass Unternehmen gut funktionierende Pressearbeit braucht. Doch nur die wenigsten können passende Ziele definieren und Strategien ableiten. mehr
Sie sind oft Gegenstand des Streits zwischen Mieter und Vermieter: die Betriebskosten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt die Mieterrechte gestärkt (Az.: VIII ZR 245/11 und 246/11). Interview mit Ulrich Ropertz mehr
Skypen im Sand, Konferieren unter Palmen: Selbst auf den einsamsten Inseln wird heute WLAN installiert. Darüber kann man lamentieren - oder seinen Arbeitsplatz für ein paar Wochen an die schönsten Ecken dieser Erde verlegen. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!