Deka-Chef Franz Waas
Grundlage für die Attacke auf die Ex-Vorstände ist ein Krisenbericht des Sonderprüfers KPMG im Auftrag des HSH-Aufsichtsrats - das Konvolut umfasst zehn Bände mit mehr als 2000 Seiten. KPMG hatte dabei auch die alten Berichte des Abschlussprüfers BDO nochmals kontrolliert. Die Tonlage im KPMG-Bericht sei kritisch, sagte ein Eingeweihter. Sollte Freshfields Anhaltspunkte für Pflichtverletzungen finden, also etwa fahrlässige Vernachlässigung von Kontrollmechanismen, sind Schadensersatzklagen wahrscheinlich. Ein Verbleib Waas' an der Deka-Spitze wäre in einem solchen Fall schwer denkbar. Stuhlmann, Berger und Strauß sind derzeit ohne Amt.
Die Aktion gegen die früheren Vorstände dient dem Aufsichtsrat auch als Absicherung der eigenen Kontrollarbeit. In Kiel formiert sich zurzeit ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Sachen HSH Nordbank. Zudem nahm die Hamburger Staatsanwaltschaft kürzlich Ermittlungen wegen Untreue auf. Wie der "Spiegel" berichtet, hat der Rechtsanwalt Gerhard Strate, auf den die Untersuchung zurückgeht, seine Strafanzeige gegen die Bank mittlerweile erweitert. Strate zufolge versäumten die Abschlussprüfer, vor einem Klumpenrisiko zu warnen und dies im Rahmen ihres Prüfberichts zu vermerken. Stattdessen hätten die Kontrolleure zugelassen, dass die HSH Milliardensummen außerhalb der Bilanz führt.