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Merken   Drucken   09.12.2008, 17:47 Schriftgröße: AAA

Kreative Zerstörer (7): Götz Rehn - Mister Bio  

Götz Rehn hat Bioprodukte zur Massenware gemacht. Er beliefert Zehntausende Drogerien und expandiert mit seinen Supermärkten. Trotzdem scheut er den Begriff des Unternehmers. Er sieht sich als Chef einer "Kulturinitiative". von Heiko Metzger (Bickenbach/Berlin)
Zwischen Frischobst und Müsliregal steht Götz Rehn auf einer Holzkiste, die in braunen Stoff eingeschlagen ist. Es sieht fast aus, als spräche er von einem Erdhügel aus zu seinem Publikum. Mitarbeiter, Branchenvertreter, alte Weggefährten und die lokale Konkurrenz sind an diesem Mittwoch im Herbst zur Eröffnung des neuen Alnatura-Marktes in Berlin-Lichterfelde gekommen, bundesweit Filiale Nummer 44. Rehn ist Chef von Deutschlands größter Biomarktkette.
Er ist ein drahtiger Mann mit weißem Haarkranz, 58 Jahre alt. Steht steif auf dem Podium, aber seine Stimme hat Kraft. "Man kann sich nicht gesund essen. Aber man kann gesund essen", sagt Rehn ins Mikrofon. Der Handel mit biologischen Lebensmitteln ist für ihn nicht nur ein Job, er ist eine Mission.
Bei den Zuhörern kommt das an. Dicht gedrängt stehen sie, lauschen, nicken. Auch Konkurrenten. Das Wir-Gefühl ist in der Biobranche noch immer stark verankert - obwohl sie ihre Nische verlassen hat -, und es umfasst offensichtlich auch so große Anbieter wie Alnatura. "Wir sind doch alle Ökos", sagt einer der Gäste nach der Rede. "Vor 20 Jahren hat man uns Spinner genannt. Heute stehen wir mitten in der Gesellschaft."

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