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Merken   Drucken   07.04.2010, 09:00 Schriftgröße: AAA

Kreativitätstechniken: Wie man den Ideen-Turbo einschaltet

Keine guten Einfälle mehr? Wer merkt, wie Stress und Alltagstrott ihn abstumpfen, der ist reif für einen Kreativitätsworkshop. Mit einfachen Methoden lässt sich frischer Wind ins Denken bringen. FTD.de zeigt Beispiele. von Sabine Meinert (Hamburg)
Betriebsblindheit, Routine, zu viel Arbeit oder ein starker Fokus auf Rationalität - es gibt viele Möglichkeiten, mangelnden Ideenreichtum oder fehlende Lösungen zu entschuldigen. Doch wer sich damit zufrieden gibt, bestiehlt sich selbst: um bessere Team- oder Unternehmensergebnisse, um das Erlebnis des Effektivitätsschubs, der durch kreative Lösungen selbst im trockensten Arbeitsbereich ausgelöst werden kann. Und um die Motivation, die man persönlich daraus erfährt, ist Kommunikationsberaterin Katja Böhne, Standortleiterin Frankfurt des Beratungsunternehmens FischerAppelt, überzeugt. "Es beeindruckt mich, wie viel effizienter man in Sachen Strategie- und Produktentwicklung sein kann durch ein bisschen Denkumstellung. Es ist, als ob man den Turbo fürs Denken anwirft."
Katja Böhne von FischerAppelt vermittelt seit über zehn Jahren ...   Katja Böhne von FischerAppelt vermittelt seit über zehn Jahren Kreativitätstechniken
Klar ist: Kreativität steckt in jedem. Wer Kinder beim Spielen sieht, erkennt, dass sie sehr genau beobachten und die verrücktesten Dinge miteinander kombinieren. Kinder brechen häufig aus gewohnten Denkstrukturen aus und schaffen völlig unvoreingenommen Neues. Böhne rät, dieses verlernte Potenzial wiederzuentdecken: "Es ist wie beim Singen. Jeder kann es - auch wenn mancher sich nur zum Summen unter der Dusche hinreißen lässt, weil er meint, ungeübt zu sein. Ein paar Proben in einem Chor - und schon klappt's wieder mit der richtigen Tonlage. Genauso können Erwachsene wieder erlernen, kreativ zu sein."
Aber: Wie entfacht man denn nun das Ideenfeuerwerk? - Es gilt, Ideen zu "erzeugen", sie über unbekannte Lösungswege zu suchen. Nicht auf zufällige Ideen zu hoffen, sondern Anregungen zu nutzen - Farben, Formen, Symbole, Begriffe oder Bilder - und sie mit eigenen Erfahrungen zu verknüpfen. Und egal, ob im Team oder als Einzelkämpfer, dafür braucht man nur wenige einfache Instrumente, sagt Böhne. "Man kann natürlich auch ohne Turbo fahren, aber ein paar Techniken zu kennen hilft, schneller und sicherer zu einer originellen Idee zu kommen."
Methode 6-3-5 oder Ringtauschtechnik
Die Methode 6-3-5 wurde von Prof. Bernd Rohrbach Ende der 60er Jahre entwickelt und erinnert an das Kinderspiel "Onkel Otto sitzt in der Badewanne". Jeder Teilnehmer erweitert dabei die Ideen der anderen. Es sind außergewöhnliche Ergebnisse gefragt - im Gegensatz zum Spiel allerdings sinnvolle.
Diese Kreativitätstechnik ist auf sechs Teilnehmer angelegt, die jeweils ein Blatt Papier mit drei Spalten vor sich liegen haben. Innerhalb von fünf Minuten schreibt jeder Teilnehmer in jede Spalte eine Idee. Dann werden die Papiere weitergereicht und die Teilnehmer ergänzen in einer neuen Zeile die bereits notierten Ideen des Vordermannes. Die Papiere werden solange weitergereicht, bis jeder Teilnehmer die Chance hatte, alle Ideen zu lesen und weiterzuentwickeln.
Diese Methode bietet den Vorteil von extrem vielen Ideen (bis zu 108) in kurzer Zeit (30 Minuten), da jede Notiz zu einer eigenständigen und verfolgenswerten Idee entwickelt werden kann.
 
Anwendungsfelder sieht die Beraterin nicht nur in der Werbung oder Produktentwicklung. Sie wirbt dafür, jegliches Problem damit anzugehen - ob Entwicklungsprojekt, Verkaufs- oder Sicherheitsstörung oder auch strategische Entscheidungen.

Teil 2: Was das klassische Brainstorming bringt. Lesen Sie weiter.

  • FTD.de, 07.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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