Nicht überall das gleiche Szenario: So verschieden enden Krisen
Das Tempo, mit dem Volkswirtschaften zum Wachstum zurückkehren, hat einmal mehr gezeigt, dass man sich nicht zu sehr auf Prognosen verlassen sollte. Mark Thomas, Strategie- und Marketingleiter bei PA Consulting, sagt, Unternehmen sollten sich auf drei mögliche Szenarios vorbereiten: eine rasche V-förmige Erholung, eine viel langsamere L-förmige Erholung oder die allseits gefürchtete W-förmige Double-Dip-Rezession. "Für Führungskräfte ist das eine unbequeme Situation, aber wenn sie sich nur auf eine V-förmige Erholung verlassen, könnten sie nachher wirklich dumm dastehen", sagt Thomas. Hier könnte sich herauskristallisieren, wer wirklich Führungspersönlichkeit hat und wer nur in eine Richtung denkt.
Strategisches Umdenken nötig
Manager sind gefordert, genau zu prüfen, was sich in ihrer Branche verändert hat und wie sie sich an die neuen Gegebenheiten anpassen müssen. "Ich glaube, die Menschen müssen sich vergegenwärtigen, dass ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat", sagt Nigel Knowles, Chef der Anwaltssozietät DLA Piper. "Nichts ist, wie es einmal war. Sie müssen jetzt überlegen, wo sie hin wollen und wie sie ausgehend von 2009, 2010 und darüber hinaus dorthin gelangen." Nach der Strategie, die vor dem Abschwung galt, dürften sie sich nicht mehr richten, so der DLA-Piper-Chef.
Das bedeutet, ein strategisches Umdenken ist vonnöten. Jeff Immelt, Chef des US-Mischkonzerns General Electric, sagt, die Unternehmenswelt - von der Regulierung bis zum Management - könne nicht zur Arbeitsweise von vor der Krise zurückkehren. Goffee fügt hinzu: "Es könnte sein, dass sich Bereiche der Wirtschaft nie mehr so weit erholen werden, wie wir sie jetzt wahrnehmen. Der Finanzdienstleistungssektor wird nicht mehr derselbe sein. Die Verbraucher werden stärker über Werte nachdenken."