Liechtenstein-Affäre:Zumwinkel und die Pannen der Justiz
Die NRW-Justizministerin kann den Verdacht nicht entkräften, dass im Verfahren gegen Ex-Post-Chef Zumwinkel bewusst geschludert wurde. Eine Reportage aus dem NRW-Justizdschungel. von Kirsten Bialdiga
Nicht alle Fragen kann Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter beantworten. Ob denn die Staatsanwälte wussten, dass im Fall Klaus Zumwinkel einige der Steuerstraftaten zu verjähren drohten, fragt der Oppositionsführer. Hilfesuchend blickt die nordrhein-westfälische Justizministerin (CDU) zu ihren Mitarbeitern. "Verjährungsfristen zu kennen, gehört zum Einmaleins eines jeden Staatsanwalts", versucht ihr einer beizuspringen - und erntet lautes Gelächter. Genau auf solch eine Antwort hat die Opposition gewartet. Stützt sie doch die Vermutung, dass der Ex-Post-Chef von einer peinlichen Justizpanne profitiert.
An diesem grauen Dezembertag soll die Justizministerin im Rechtsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags darüber Auskunft geben, was schief gelaufen ist im Fall Zumwinkel. Weil ein Teil der Steuerdelikte nach Auffassung des Bochumer Landgerichts verjährt ist, ließen die Richter nicht alle Vorwürfe zur Verhandlung zu. Wäre der Durchsuchungsbeschluss einen Tag früher ausgestellt worden, wäre es wohl nicht zur Verjährung gekommen.
Klaus Zumwinkel
Pikant: Die hinterzogenen Steuern summieren sich dadurch nur noch auf 966.000 Euro und liegen nun knapp unter der Millionengrenze. Erst ab dieser Summe hält der Bundesgerichtshof (BGH) künftig im Normalfall eine Haftstrafe ohne Bewährung für angemessen.
Müller-Piepenkötter müht sich, die Sache herunterzuspielen: "Die Strafzumessung ist keine mathematische Aufgabe, sondern ein komplexer Vorgang." Die Höhe des Schadens sei dabei nur ein Umstand, wenn auch ein gewichtiger.
NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter
Zudem könnten die Richter auch verjährte Straftaten berücksichtigen, wenn es am Ende darum gehe, das Strafmaß für Zumwinkel festzusetzen. Auch dafür, dass es 14 Tage dauerte, bis der beantragte Durchsuchungsbeschluss endlich erlassen wurde, hat sie Verständnis: "Eine sorgfältige Prüfung verlangt eben ihre Zeit", sagt sie.
Der SPD-Abgeordnete Thomas Stotko läuft leicht rot an: "Jede Behörde gibt sich Mühe, die Dreimonatsfrist einzuhalten, wenn ein Autofahrer eine rote Ampel überfahren hat - und gerade im Fall Zumwinkel soll das anders sein?!"
Trotz eines deutlichen Anstiegs der Umsätze sowie einer drastischen Reduzierung der Kosten ist das Startup noch lange entfernt von der Profitabilität. Das war geplant. Geplant waren allerdings auch 25 Bestellungen in 2011. mehr
Die Ausgaben sind wie im dritten Quartal, Einnahmen gibt es keine - auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte sich bei Teamsunited auf geschäftlicher Ebene nichts verändert. Tatsächlich gab es jedoch eine Reihe struktureller Veränderungen, die sich auch in den Details der Zahlen widerspiegeln. mehr
Im vergangenen Quartal konnte Affiliprint seine Umsätze um über 100.000 Euro steigern. Da die Ausgaben nur um rund 40.000 Euro stiegen, ist die Schere zwischen Ein- und Ausgaben deutlich kleiner geworden. Trotzdem blieb unterm Strich ein Quartalsverlust von 157.435 Euro. mehr
Auch im vierten Quartal war das Startup vor allem mit der Produktentwicklung beschäftigt. Entsprechend mau sieht es auf der Erlösseite aus. Doch obwohl das Team im Vertrieb kaum aktiv war, stieg die Kundenzahl - wenn auch nur ein bisschen. mehr
Die Einnahmen haben sich verdoppelt, die Ausgaben sind lediglich um 60 Prozent gestiegen. Trotzdem sind Jochen Seeghitz und sein Mitgründer Kai Böhner noch lange davon entfernt, schwarze Zahlen zu schreiben. Die sind erst für Ende 2012 geplant. mehr
Welche Ratingagentur entzog den USA das "AAA"? Wie lautet die autorisierte Biografie von Steve Jobs? Haben Sie das Weltgeschehen in diesem Jahr nur sporadisch verfolgt oder sind Sie ein News-Junkie? Testen Sie Ihr Wissen im FTD-Quiz!
Mit Steve Jobs verstarb 2011 ein als Genie gefeierter Unternehmer. Wie lautet der Titel der von Walter Isaacson verfassten, autorisierten Biografie des Apple-Gründers?
Er hat mehr Fans als Brad Pitt und Johnny Depp zusammen. Doch wenn Indiens Star zur Berlinale kommt, geht es um Geschäft statt Glanz: Bollywood will die Welt erobern.
mehr
Ob beim Meeting im Büro oder beim Chillen nach Feierabend: Im Geschäftsleben gibt es viele Begriffe, die ein angehender CEO kennen sollte. Das FTD-Businesstalk-Lexikon stellt diese Wörter vor. Diesmal: "Kernkompetenz" und "entschlossen". mehr
Jahrelang kämpfte der Fotopionier Leica mit der Pleite - und den eigenen Versäumnissen. Nun ist die Legende wieder da. Was dafür nötig war? Viel Geld und viel Mut. mehr
Machtkämpfen, Enttäuschungen und Niederlagen zum Trotz: 91 Prozent aller Firmen in Deutschland sind in Familienhand. Dabei kann die Abhängigkeit von einem Inhaber "Fluch und Segen" zugleich sein. mehr
Mit einer großen Feier ist die Gründerinitiative enable2start in die fünfte Runde gestartet: Eine hochkarätige Jury vergab jeweils 50.000 Euro an die fünf Sieger. Jetzt müssen die Gewinner zeigen, dass ihre Geschäftsideen tatsächlich funktionieren. FTD.de wird sie dabei ein Jahr lang begleiten. mehr
In den Niederlanden duzen sich alle, in den englischsprachigen Ländern gibt es nur "you". Und in Deutschland? Bisher überwiegt im Berufsalltag die Anrede mit Sie, aber viele finden das doof und hätten es gern weniger steif. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!