Was ist versichert?Über die Frage, was versichert ist, gibt es oft unterschiedliche Auffassungen zwischen Kunden und Versicherern. "Wir kriegen gelegentlich Schadensmeldungen, wenn irgendwo ein teurer Regenmantel abhanden gekommen ist", berichtet Diederik Sutorius, Chef des Kölner Spezialversicherers VOV. Oft stellen Unternehmen ganz einfach Ansprüche, weil sie wirtschaftlich ins Schlingern geraten sind. "D&O ist aber eine Haftpflichtversicherung", sagt Jörg Bechert, D&O-Spezialist bei Deutschlands größtem Versicherungsmakler Aon Jauch & Hübener. "Sie dient der Absicherung des Vermögens der versicherten Personen."
Bechert warnt vor dem Irrglauben, dass es sich um eine Art Notnagel handelt. "Es gibt die Erwartung, dass jeder wirtschaftliche Nachteil für ein Unternehmen zu einem Schaden führt", sagt Fachanwalt Oliver Sieg von der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz in Düsseldorf. Bei dem Maschinenbauer, der 2 Mio. Euro in Osteuropa versenkt habe, müsse geprüft werden, ob es sich um eine unternehmerische Entscheidung gehandelt habe. Gelegentlich bieten Firmen auch zu günstigen Preisen an, um in einen Markt hereinzukommen. "Wenn eine Entscheidung im Rahmen des unternehmerischen Ermessens getroffen wurde, zahlt der Versicherer nicht. Es muss eine Pflichtverletzung vorliegen", erläutert Sieg.
Es gehe auch um Schutz für das Unternehmen, argumentiert Anwalt Theo Langheid von Bach Langheid & Dallmayr. "Das hat der Bundesgerichtshof bei der Frage nach dem Zweck der Haftpflichtversicherung immer betont. Der, der haftet, soll nicht in den Ruin getrieben werden. Da kann schnell das gesamte Privatvermögen plus Pensionsansprüchen weg sein. Und der Geschädigte soll einen solventen Schuldner finden und ebenfalls nicht in den Ruin fallen, weil sein Schuldner insolvent wird."