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Merken   Drucken   22.07.2011, 06:00 Schriftgröße: AAA

Marken und Markt: Nur eine Sache des richtigen Namens

Gründer verdanken ihren Erfolg oft einem unverblümten, sehr direkten Marketing. Ein Beispiel dafür ist die Kosmetikmarke Rodial, deren Chefin der Meinung ist: Schlangenöl in der Creme? Das ist nicht eklig, man muss es nur richtig verkaufen. von Della Bradshaw
Brust-Heber, Schlangenserum und Po-Lifting sind nicht gerade gängige Themen für Fallstudien an Business Schools. Das könnte sich aber ändern: Maria Hatzistefanis, die Kosmetikprodukte mit eben diesen Namen entwickelt und erfolgreich vermarktet, erhielt als Studentin der Columbia Business School ihre ersten Lehrstunden zu Marken und Marketing. Ihre Sicht auf die Dinge und ihr Erfolg soll nun Schule machen. "An der Columbia habe ich einige gute Grundprinzipien über das Marketing gelernt. Und ich habe elementare Kenntnisse erhalten, wie eine Marke geschaffen wird, beziehungsweise die analytischen Fähigkeit zu erkennen, welche Produkte eingeführt werden können", sagt Hatzistefanis.
Ein Blick auf die Webseite von Rodial mit Gründerin Maria ...   Ein Blick auf die Webseite von Rodial mit Gründerin Maria Hatzistefanis
1999 gründete die 40-Jährige gemeinsam mit ihrem Ehemann und 20.000 Pfund Startkapital das Londoner Unternehmen Rodial. Ihre Produktphilosophie ist einfach: "Das Wichtigste ist, dass das Produkt genau das tut, was draufsteht. Man weiß zwar, was man bekommt, aber es ist aufregend!"
Unverblümt und erfolgreich
Einige Produkte scheinen eher unangenehm als aufregend - wie "Stretch-Mark Eraser" zur Bekämpfung von Dehnungsstreifen oder "Crash Diet" zur Formung der Körpersilhouette. Doch Hatzistefanis' unverblümte Markenpolitik zahlt sich aus: Im Geschäftsjahr bis April 2011 belief sich der Firmenumsatz auf rund 5 Mio. Pfund (5,7 Mio. Euro), sagt sie. Und Rodial zählt offenbar auch Promis wie Beyoncé und Victoria Beckham zu seinen Kunden.
Jetzt will Hatzistefanis expandieren. "Dieses Jahr arbeiten wir auf das Ziel 15 Mio. Pfund hin", sagt sie. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Vorstoß in die USA und der Erfolg ihres zweiten Unternehmens Nip+Fab. Dieses stellt Produkte für den Massenmarkt her und vermarktet sie. Die Produkte von Nip+Fab sind in Großbritannien in Boots-Drogeriemärkten erhältlich sowie in Läden in Kanada. Im Dezember will Hatzistefanis die 19 Kosmetikprodukte, die in Großbritannien für weniger als 20 Pfund erhältlich sind, in den USA auf den Markt bringen.
Der Unterschied zwischen den Luxusmarken von Rodial und den kostengünstigeren Produkten von Nip+Fab ist klar definiert, sagt Hatzistefanis. Bei Ersteren werden verschiedene Ingredienzen kombiniert, bei Letzteren werden einzelne Ingredienzen genutzt. Und auch die Präsentation spielt eine Rolle. "Bei Rodial ist die Verpackung luxuriöser. Die Margen sind größer, aber die Betreuung ist teurer."
Einstieg in Großbritannien als Basis
Die Firmengründung in Großbritannien habe sich für beide Unternehmen als besonders positiv herausgestellt, so Hatzistefanis. "Ich glaube, Großbritannien ist im Allgemeinen ein großartiger Markt für neue Marken. Es ist Zentrum für neue Mode und neues Design. Es bietet eine großartige Plattform für alles Kreative", sagt sie. Ladenketten gäben jedem eine Chance, doch sobald man den Einstieg geschafft habe, müsse man sich beweisen, sonst werde man fallengelassen.
All das bedeutet, dass das Unternehmen ständig Produkte einführt. Aus 50 Ideen werden etwa zehn Cremes, Tränke, Öle oder Zusatzstoffe jedes Jahr auf den Markt gebracht. "In gewisser Weise arbeiten wir wie ein Modeunternehmen", sagt Hatzistefanis. "Jede Saison bringen wir ein neues Sortiment heraus, man muss mit der Zeit gehen."

Teil 2: Das MBA-Studium gab der Rodial-Gründerin die Grundlage.

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