Bedürfnisse herausfiltern
Das politische und wirtschaftliche System in Deutschland lässt sich am besten als das einer offenen Gesellschaft beschreiben. Aus guten Gründen und über Jahrzehnte bewährt, leben wir in einer demokratischen Gesellschaft, kombiniert mit einer marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaft. Eine derart gewollte offene Informationsgesellschaft mit vielerlei unabhängigen Medien aller Art funktioniert unter anderem nur mit Hilfe von Informationen und zwar konsequenterweise den Richtigen, das heißt aus Sicht des "Informationslieferanten Markt- und Sozialforschung" repräsentativen und verallgemeinerbaren Informationen.
Politiker und politische Entscheidungen brauchen die Kenntnis von den Wünschen, Urteilen und Standpunkten in der Bevölkerung. Politiker, Parteien, Regierungen können (nicht müssen!) sich an diesen Meinungsbildern in der Bevölkerung orientieren, sich daran reiben. Gleiches gilt für die gerade in Deutschland vielfältige Medienlandschaft. Und wer immer in der freien Wirtschaft Produkte oder Dienstleistungen anbietet, möchte und muss wissen, welche Bedürfnisse die zukünftigen Verwendergruppen haben, wo sich Kritik aufgebaut hat, was im Interesse der Bevölkerung, im Interesse der Verwender anders und besser gemacht werden kann. Natürlich auch im Sinne der Hersteller, die wachsen und Gewinne machen wollen.
Marktforschung als gelebte Demokratie
Mit Markt- und Sozialforschung, solange sie durch die Mitarbeit der zu befragenden Bürgerinnen und Bürger repräsentative Daten liefern kann, erhalten Politik und Wirtschaft solche wichtigen Informationen für eigene Entscheidungen. Umgekehrt können die Bundesbürger auch auf diesem Wege ein gutes Stück Einfluss auf solche Entscheidungen in Politik und Wirtschaft nehmen. Markt- und Sozialforschung liefert der Bevölkerung eine Plattform - und zwar als repräsentative Forschung. Nicht nur den Lauten, einer oft lauten Minderheit, sondern eben auch den Leisen, vielleicht sogar einer leisen Mehrheit. Markt- und Sozialforschung ist damit auch gelebte Demokratie. Dies bewusst zu machen, ist das erste Ziel der Kampagne "Sag ja zu Deutschlands Markt- und Sozialforschung".
Der zweite Grund ist ein ärgerliches Missverständnis. Über alle unterschiedlichen Verfahren hinweg (persönliche Interviews, Telefoninterviews, Onlineinterviews, etc.) führt die Markt- und Sozialforschung jährlich ca. 16 Mio. Interviews, davon etwa sieben Millionen Telefoninterviews. Gleichzeitig erhalten die deutschen Haushalte pro Jahr 280 Millionen und mehr Werbeanrufe. Viele dieser Werbeanrufe "schmücken" sich unerlaubterweise zu Beginn des Telefonates damit, eine Umfrage durchführen zu wollen. Eingangs des Telefonats werden häufig ein, zwei, drei belanglose Fragen gestellt, um dann ganz direkt zur Sache, nämlich zum Verkaufsgespräch zu kommen.
Selbst wenn die unzulässige Gleichstellung mit einer Umfrage der Markt- und Sozialforschung nicht vorgenommen wird, so stören diese Anrufe die Mehrzahl der Bevölkerung und führen zu extremer Ablehnung gegen werbliche und auch nur vermeintlich werbliche Anrufe. Kommt dann die seriöse Markt- und Sozialforschung, um ein Interview beispielsweise zu wichtigen Fragen aus Politik und Wirtschaft zu stellen, so wird sie mit dieser Flut unerwünschter Werbeanrufe gleichgesetzt und es kommt bei vielen Angerufenen zu einer Spontanablehnung. Dabei haben Markt- und Sozialforschung und die Werbeanrufe nichts miteinander zu tun.