Der zweite große Player hierzulande: Die GfK Aktiengesellschaft
Die Ergebnisse fallen allerdings auch nicht vom Himmel. Dahinter steht mit der Markt- und Sozialforschung eine Branche mit derzeit weit über 300 Unternehmen: Von den ganz kleinen Unternehmen bis hin zu den beiden großen im deutschen Markt (GfK und TNS Infratest). Sie führen Untersuchungen nach wissenschaftlichen Methoden durch. Dies heißt vor allem, unterschiedliche Methoden je nach Untersuchungszweck einzusetzen. Persönliche Befragungen, Telefonbefragungen, Online-Befragungen, Beobachtungen etc. haben alle ihre wissenschaftlich begründeten Stärken und Schwächen. Sie sind alle notwendig, um in jeweils bestgeeigneter Weise zuverlässige und verallgemeinerbare Informationen erfragen zu können.
Von ganz herausragender Bedeutung ist das wissenschaftliche Kriterium der Repräsentativität. Benötigt werden keine Beantwortungsprofis. Benötigt wird für die meisten Untersuchungen ein repräsentativer, zufällig ausgewählter, durch nichts beeinflusster repräsentativer Kreis der Bevölkerung. Wenn eine offene Gesellschaft wohl unbestritten Informationen benötigt, wenn Informationen in hohem Maße auch aus Umfragen stammen, dann muss es den Instituten der Markt- und Sozialforschung möglich sein, mit den jeweils bestgeeigneten Methoden und mit repräsentativen Ansätzen zu arbeiten.
Zur Erinnerung: Nach vielen Jahren einer fruchtbaren Diskussion hat seit mittlerweile mehreren Jahrzehnten die Markt- und Sozialforschung sogenannte Privilegien: Vor allem die Erlaubnis, Interviews ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Befragten durchführen zu können. An diese Privilegien sind umgekehrt Garantien der Markt- und Sozialforschung geknüpft, nämlich die Wissenschaftlichkeit der Forschung, die garantierte Anonymität gegenüber Antwortenden und eine klare Trennung von forschungsfremden Tätigkeiten wie vor allem Direktmarketing, Produktwerbung oder gar Verkauf.
Telefon-Marketing gibt negativen Impuls
Leider gibt es seit einiger Zeit Tendenzen, die diesen über Jahrzehnte bewährten Modus Vivendi gefährden: Vor allem über das Telefon werden Millionen und Abermillionen Gespräche mit dem Ziel des Direktmarketings, des direkten Verkaufs geführt. Diese Gespräche geschehen häufig sogar unter der Vortäuschung von Marktforschung. Diese Art der Telefonkontakte macht quantitativ ein Vielfaches der seriösen Telefoninterviews zu Zwecken der Markt- und Sozialforschung aus.