Einen Tag nach seiner Ablösung im Bundestag hat der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder eine neue Aufgabe bekommen. Er wird ab dem kommenden Jahr als Berater für den Schweizer Medienkonzern Ringier arbeiten.
Das Stammhaus des Schweizer Medienkonzerns Ringier in Zürich
Wie der Verwaltungsratspräsident des Unternehmens, Michael Ringier, am Donnerstag in Zürich mitteilte, wird Schröder seine Stelle im Januar antreten. Er sei davon überzeugt, dass Schröder mit seiner internationalen Erfahrung eine Bereicherung für das Unternehmen sei, zumal man als Verleger auch politisch aktiv sein müsse, sagte Ringier. Schröder werde "persönlicher Berater von Michael Ringier für Fragen der internationalen Politik", hieß es in einer Ringier-Mitteilung.
Der Chef des Medienkonzerns Ringier, Michael Ringier
Größtes Verlagshaus der Schweiz
Schröders Amtszeit als Bundeskanzler endete am Mittwoch um Mitternacht, nachdem seine Nachfolgerin Angela Merkel am Dienstag vereidigt worden war. Sein Bundestagsmandat legte er mit Wirkung von Donnerstag an am Mittwoch nieder. Noch als Kanzler hatte Schröder angekündigt, er wolle sich als Anwalt in Berlin niederlassen. Aufsichtsratsmandate bei großen deutschen Industriekonzernen strebe er nicht an. Schröder gehörte dem Bundestag von 1980 bis 1986 und dann wieder seit dem Regierungswechsel im Jahr 1998 an.
Das Verlagshaus Ringier ist das größte in der Schweiz und hat 2004 ein Rekordjahr verzeichnet. Der Jahresgewinn kletterte um 28,7 Prozent auf 55,6 Mio. Schweizer Franken (37,4 Mio. Euro). Der Umsatz stieg um 12,9 Prozent auf 1,1 Mrd. Franken (750 Mio. Euro). Bei Ringier erscheint unter anderem das Boulevardblatt "Blick". In Deutschland gibt der Verlag das politische Monatsmagazin "Cicero" heraus.
Bilderserie: Schröder ade
Zwei Drittel des Konzernumsatzes gingen dabei auf Zukäufe in Mittel- und Osteuropa zurück. Insgesamt beschäftigte Ringier Ende vergangenen Jahres 6081 Mitarbeiter, das sind 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
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