Äußerte sich abfällig über Sozialhilfeempfänger: Oswald Metzger
Metzger war in den vergangenen Tagen vor seinem Parteiaustritt heftig von FDP und CDU umworben worden, hat sich aber noch nicht zu seiner parteipolitischen Zukunft geäußert. Er will sich aber weiter bundespolitisch betätigen.
Seine Mitgliedschaft bei den Grünen gehe nach 21 Jahren zu Ende, hatte Metzger am Dienstag nach einer Sitzung der baden-württembergischen Landtagsfraktion in Stuttgart gesagt. Er werde die Mehrheitsverhältnisse im Stuttgarter Landtag nicht verändern, sondern sein Mandat binnen eines halben Jahres zurückgeben. Während dieses Zeitraums werde er als fraktionsloser Abgeordneter im Landtag bleiben. Gerüchten über einen spektakulären Mehrheitswechsel im Landesparlament entzog Metzger damit die Grundlage.
Der Finanzexperte hatte vor dem jüngsten Bundesparteitag dem Magazin "Stern" gesagt, viele Sozialhilfeempfänger sähen ihren Lebenssinn darin, "Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen". Eine von der Grünen-Spitze geforderte Entschuldigung hatte er abgelehnt.
Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer kritisierte Metzger scharf und warf ihm vor, es auf einen Bruch mit der Partei angelegt zu haben. "Er hätte für 5 Cent Einsicht zeigen können", sagte er der FTD. "Seine Inszenierung beim Parteitag war unehrlich. Ich weiß, dass er längst ein konkretes Angebot der FDP hat." Der Abgang des einstigen Finanzstars hätte nur geringe Auswirkungen auf das Ansehen der Grünen, meinte Bütikofer. "Oswald Metzger stand am Schluss nur noch für völlige Disziplinlosigkeit."