"Gute Kommunikation ist mit das Wichtigste. Als energiegeladene, leidenschaftliche Managerin muss man sich manchmal bemühen, den Menschen zuzuhören, statt selbst unentwegt zu reden. Außerdem habe ich ab und zu das Gefühl, dass ich mich zu sehr auf administrative Dinge konzentriere. Ich muss globaler und zukunftsorientierter denken", sagt Canalda.
Ihre Mutter gründete Adopem vor fast 30 Jahren als Non-Profit-Unternehmen. Seit das Mikrofinanzinstitut 2004 offiziell als Geschäftsbank anerkannt wurde, ist es stark gewachsen. Die Bank hat heute ein 50 Mio. $ schweres Kreditportfolio und kümmert sich um die Ersparnisse von 135.000 Menschen.
Langfristig und gleichzeitig sozial arbeiten
So eine innovative und engagierte Managerin wie Canalda brauchen Mikrofinanzinstitute, sagt WWB-Chefin Mary Ellen Iskenderian. Durch den Einstieg von kommerziellen und institutionellen Fonds sei der Mikrofinanzsektor professioneller geworden. Die Entwicklung gebe aber auch Anlass zu der Sorge, dass die Institute durch den verstärkten Gewinndruck von ihrem Ziel abkommen, den Armen zu helfen.
"Es reicht nicht, wenn Mikrofinanzmanager dieselben Führungskompetenzen haben wie die Kollegen in anderen Finanzinstituten", sagt Iskenderian. "Sie müssen langfristig ergebnisstarke Institute führen und gleichzeitig in der Lage sein, die soziale Mission aufrecht zu erhalten, mit der alles begann."
Iskenderian sagt, die Branche leide unter einem Mangel an qualifizierten Führungskräften, insbesondere Frauen, die Institute durch diese Zeit schnellen Wandels und Wachstums führen können. Deshalb hat das WWB ein Center for Microfinance Leadership gegründet, das unter anderem Führungskräfteschulungen für Frauen anbietet.