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Merken   Drucken   14.08.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

Mitarbeitersuche: Wie Firmen online Personal anwerben sollten

Spezialisten in sozialen Netzwerken auf sich aufmerksam machen und anheuern - das sehen Personalverantwortliche inzwischen als größte Herausforderung. Der Nachholbedarf in Sachen Social Media ist aber weiterhin hoch. von Sabine Meinert 
Die Online-Personalnachfrage ist 2011 in Deutschland um mehr als ein Drittel gestiegen, verglichen mit Vorjahreszahlen. Das zeigt der Employment Index des Karriereportals Monster.de. Vor allem in der Transport- und Logistikbranche sowie in kaufmännischen und handwerklichen Berufen wurden mehr Mitarbeiter gesucht - über das Internet zumindest.
Deutsche Unternehmen weiten die Personalsuche im Netz aus   Deutsche Unternehmen weiten die Personalsuche im Netz aus
In diesen Zahlen schlägt sich die verbesserte Arbeitsmarktsituation nieder, aber auch der Trend zum Recruitment via soziale Netzwerke. Denn Social Media gehören inzwischen beruflich wie privat zum Alltag. Smartphones, iPad und andere Geräte machen es möglich. Deutsche Unternehmen haben erkannt, dass sie das Kommunikationsfeld Social Media bei der Personalsuche und -auswahl nicht mehr außen vor lassen können. Doch wie nutzt man Facebook, Twitter, Xing und Co. am besten für die Aufstockung der Belegschaft?
Als Erstes: Employer Branding
Wie eine Studie des Online-Dienstleisters 1000jobboersen.de deutlich macht, werden Internet-Informationskanäle für die Mitarbeitergewinnung immer noch zu wenig genutzt. Mehr als 85 Prozent der Neukunden des Portals gaben an, dass sie Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn bereits kennen, für die Fachkräftesuche jedoch bisher kaum oder nicht nutzen. Vor allem klein- und mittelständische Firmen zeigten sich sehr zurückhaltend.
Der Grund: Viele fühlen sich noch immer unsicher im Umgang mit den neuen Kommunikationskanälen. Außerdem fürchten sie zu hohen Zeitaufwand, ergab die Umfrage. Dabei könnten die meisten mit geringem Aufwand zumindest ihr Firmenimage aufwerten, Marken und Unternehmenskultur promoten. Eine gut gestaltete Unternehmens-Homepage, dazu einige Aktionen auf der hauseigenen Facebook-Seite, ein Einblick in einzelne Abteilungen über Blogs oder Führungskräfte, die in beruflichen Netzwerken ihre Expertise zur Verfügung stellen, helfen dabei, den Bekanntheitsgrad zu steigern und die Arbeitgebermarke zu stärken ("Employer Branding").
Konkreter müssen Unternehmen werden, um passende Bewerber für offene Stellen zu finden. In diesem Fall ist tatsächlich ein wenig Zeitaufwand nötig. 1000jobboersen.de empfiehlt, in Dialog zu treten mit potenziellen Kandidaten: in Chats, Foren, Diskussionsgruppen. Wer sich dafür entscheidet, muss dran bleiben und sich innerhalb kürzester Zeit anpassen und schnell agieren. Das eröffnet aber im Gegenzug die Chance, Ausschreibungen zielgerichtet zu verbreiten und so die richtigen Kandidaten zu erreichen.
Zielgruppe und Interaktion anvisieren
Der Online-Dienstleister lenkt auch den Blick der Unternehmen auf Nischen-Networks. Es lohne sich nicht, Stellenangebote nur auf kostenfreien Websites zu veröffentlichen, wenn dort die gewünschte Zielgruppe nicht zu finden sei, heißt es. "Kostenfreie Kanäle eignen sich aber gut zur Streuung von Informationen, deshalb sollten sie nicht außer Acht gelassen werden", bekräftigt Florian Schiffer von 1000jobboersen.de. Insgesamt eröffneten Social Media die Möglichkeit, auf dem aktuellen Stand und in Kontakt mit potenziellen Kandidaten zu bleiben.
Der größte Vorteil ist jedoch nachgewiesenermaßen die Interaktion. Wer sich an die neuen Kommunikationskanäle heranwagt, sollte daher schnelle Rückmeldung geben, wenn sich Interessenten darüber melden. Erfolgversprechend ist die Personalsuche via Social Media nur, wenn der Dialog zwischen Arbeitgeber und Kandidat schnell zustande kommt. Die Netzwerke können laut Schiffer so zur Schnittstelle zwischen Stellenausschreibung und weiteren Informationen über den potenziellen Arbeitgeber werden. Und damit der erste Schritt auf dem Weg zur Rekrutierung eines wertvollen Mitarbeiters.
Zusammenfassung:
  1. Präsenz in sozialen Netzwerken
  2. Reichweite und Zielgruppen-Genauigkeit checken
  3. Mögliche Kosten für Social Media beachten
  4. Zeitaufwand einplanen
  5. Aktualität anstreben
  6. Interaktion anschieben
  7. Schnittstellen für mehr Informationen ausbauen
  • FTD.de, 14.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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