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Merken   Drucken   31.12.2009, 06:00 Schriftgröße: AAA

Mittelstand: Aufschub auf Kosten der Kleinen  

Konzerne und Kommunen zögern ihre Zahlungen oft hinaus, um flüssig zu bleiben. Das schadet vor allem den mittelständischen Zulieferern, die sich nicht zu wehren wagen. von Alexander Bakst
Ein paar Tage mehr oder weniger - was macht das schon? So denkt man in jedem fünften deutschen Unternehmen, wenn es um Zahlungsfristen geht. Laut einer aktuellen Studie des Informationsdienstleisters D&B, der 600 Millionen deutsche Rechnungen ausgewertet hat, zahlten die Firmen 2009 im Schnitt knapp zehn Tage nach Fälligkeit - wissend, dass jeder Tag bares Geld ist.
Nicht nur kleine Firmen kämpfen Tag für Tag um ihre Liquidität - auch die großen Konzerne sind oft nicht flüssig. Viele zögern daher fällige Zahlungen hinaus, um ihre Geschäftskonten kurzfristig zu entlasten. Das trifft vor allem mittelständische Zulieferer, die dadurch selbst in Zahlungsverzug geraten. Denn ihnen fehlt oft das nötige Eigenkapital, um eventuelle Forderungsausfälle ausreichend zu decken.
Der Kreditversicherer Atradius hat errechnet, dass ein Mittelständler mit bis zu 10 Mio. Euro Jahresumsatz derzeit im Schnitt offene Forderungen in Höhe von etwa 30 Prozent seines Gesamtumsatzes in den Büchern hat. Das Eigenkapital macht aber nur 15 bis 25 Prozent dieser Summe aus. Große Ausfälle kann daher kaum ein Mittelständler auffangen. "Verzögerungen oder Gesamtausfälle führen also ganz eindeutig zu erheblichen Verlusten", sagt Thomas Langen, der beim Kreditversicherer Atradius für Deutschland zuständig ist.

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