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Merken   Drucken   23.02.2009, 12:00 Schriftgröße: AAA

Mobile Telekommunikation: Neue Geräte begeistern

Erfreulich für den deutschen Markt: Die neueste Handygeneration wird von den Konsumenten sehr gut angenommen. Trotz schwieriger Wirtschaftslage ist die Zahlungsbereitschaft für ein neues Mobiltelefon gestiegen. Was Anbieter daraus lernen. von Robert A. Wieland und Wolfgang Neubarth (TNS-Infratest)
Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest untersuchte das mobile Kommunikationsverhalten von mehr als 20.000 Befragten in 32 Ländern weltweit. In Deutschland wurden 460 Mobilfunknutzer zwischen 16 und 60 Jahren online befragt. Die Ergebnisse im Report "Global Technology Insights 2009" (TNS GTI Report 2009) zeigen Trends, Wachstumspotenziale und Barrieren der Mobilfunkbranche. Und die sind erfreulich.
Der deutsche Mobilfunkmarkt gehört zusammen mit Ländern wie den USA, Schweden, England, Italien, Japan oder Korea weltweit zu den Märkten mit der höchsten Mobilfunkdichte. In diesen Ländern gibt es bereits seit den frühen 90er Jahren ein sehr dynamisches Wachstum des Mobilfunkmarktes. Die inzwischen erreichte hohe Marktdurchdringung unterstreicht den festen Platz mobiler Kommunikation im alltäglichen Leben der Konsumenten.
Handyanbieter verbuchen noch immer große Erfolge - für ein gutes ...   Handyanbieter verbuchen noch immer große Erfolge - für ein gutes Gerät geben die Deutschen auch Geld aus
Um als Anbieter in einem entwickelten, reifen Markt wie dem deutschen weiter zu wachsen und sich vom Wettbewerb zu differenzieren, benötigt er immer wieder neue Impulse. Diese Impulse zeigten sich auch im Jahr 2008. So hatte die Deutsche Telekom mit der Markteinführung des iPhone 3G großen Erfolg und bewirkte nachhaltige Begeisterung der Konsumenten. Vodafone brachte das BlackBerry Storm exklusiv heraus und konnte sich damit ebenfalls erfolgreich positionieren. Speziell angepasste Tarifmodelle begleiteten die Einführung der neuen Geräte. Aber auch andere Hardwarehersteller trafen mit ihren neuen Mobilfunkgeräten die Bedürfnisse der Konsumenten genau. Der "TNS GTI Report 2009" liefert in diesem Zusammenhang wichtige Insights, um die Hintergründe des Marktes zu verstehen und zukünftige Trends aufzuzeigen.
Alles in einem Gerät - der Trend zum Smartphone
Mehr als die Hälfte der für den Report in Deutschland Befragten bevorzugen ein einziges Gerät zur mobilen Kommunikation (54 Prozent). Im internationalen Vergleich steht man hierzulande neuen Applikationen, Services und Diensten sehr offen gegenüber. Die Konsumenten wollen nicht nur mit Ihrem Handy telefonieren; es soll noch eine Reihe weiterer Anwendungen und Dienste bieten. Viele Konsumenten wollen nicht auf eine Kamera und einen MP3-Player verzichten. Daher sollten diese Funktionen ins Handy integriert sein: Denn 41 Prozent der Befragten mit Präferenz für ein einziges Gerät geben explizit an, auch viele Applikationen mit diesem Gerät nutzen zu wollen.
Die Gründe hierfür sind naheliegend: Das Mobiltelefon ist zwischenzeitlich zum ständigen und unverzichtbaren Begleiter im Alltag geworden - eher vergisst man schon mal Geldbörse oder Schlüssel zuhause als das Handy. So sagen hierzulande 57 Prozent der Befragten mit Präferenz für ein "Single Device", dass es einfacher und bequemer ist nur ein einziges Gerät zu besitzen. Genau dieses Bedürfnis konnten die Anbieter mit den neuen, oben beispielhaft genannten Geräten befriedigen.
Mobiltelefon: Top 5 der genutzten Features (Deutschland) - SMS, ...   Mobiltelefon: Top 5 der genutzten Features (Deutschland) - SMS, Digitalkamera und Bluetooth belegen die ersten drei Plätze
Dauerbrenner SMS
Welche Features und Services sind es denn nun genau, die die Befragten aus Deutschland am häufigsten nutzen und vor allem welche davon sind relevant für den Kauf des nächsten Gerätes (siehe nebenstehende Grafik)?
Das am häufigsten genutzte Feature der Deutschen ist - sieht man vom Telefonieren selbst einmal ab - noch immer das Lesen und Schreiben von SMS. Insgesamt 88 Prozent der Befragten gaben an, die SMS-Funktion zu nutzen. Über 30 Prozent lesen oder schreiben sogar täglich SMS. Darauf folgt mit 70 Prozent die Nutzung der eingebauten Kamera. Mit dem Mobiltelefon zu fotografieren liegt demnach auf Platz 2 der genutzten Features. Da die Digitalfotos der neuen Modelle in der Regel von sehr hoher Qualität sind, kann das Handy häufig eine Digitalkamera vollständig ersetzen. Dieses Ergebnis spiegelt den Wunsch nur ein einziges Gerät für alle Anwendungen zu benötigen sehr deutlich wider.
Handy im Gebrauch: Am liebsten für SMS   Handy im Gebrauch: Am liebsten für SMS
Auf dem dritten Platz liegt Bluetooth, das Feature für direkte Datenübertragung mit dem Mobiltelefon. Fast die Hälfte der Befragten aus Deutschland nutzt diese Technik, die dann auch vielfältig zum Einsatz kommt: 43 Prozent transferieren Bilder auf ein anderes Mobiltelefon, 33 Prozent übertragen Bilder mittels Bluetooth auf einen Computer. Auch Musik ist ein wichtiges Thema. 32 Prozent der Befragten überspielen Musik auf andere Mobiltelefone, 21 Prozent übertragen sie vom PC auf das Mobiltelefon und umgekehrt. Fast 10 Prozent der Konsumenten nutzen Bluetooth zur Verbindung mit einem Headset, um zum Beispiel im Auto frei sprechen zu können.
Features, die der Unterhaltung dienen, sind ebenfalls sehr gefragt. So vertreiben sich 42 Prozent der deutschen Befragten die Zeit mit mobile Gaming und 40 Prozent nutzen den MP3-Player ihres Mobilfunkgerätes. Gerade im Bereich der Unterhaltungsindustrie in Verbindung mit mobiler Kommunikationstechnik werden in Zukunft weitere neue Geschäftsideen erwartet. Wie aus den Daten des "TNS GTI Report 2009" ersichtlich, besteht Bedarf für Unterhaltung auf mobilen Endgeräten. Die Herausforderung liegt darin, diese Nachfrage in gewinnbringende Geschäftsmodelle zu überführen.

Teil 2: Welche Eigenschaften bei Handys der nächsten Generation gefragt sind.

  • FTD.de, 23.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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