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Merken   Drucken   14.08.2008, 20:52 Schriftgröße: AAA

Nach 15 Jahren Zusammenarbeit: Tom Cruise verliert Partnerin bei United Artists

Paula Wagner, die mit dem Filmstar Tom Cruise United Artists (UA) wiederauferstehen lassen wollte, verlässt ihren Posten als Chefin des legendären, aber schwer angeschlagenen Filmstudios nach weniger als zwei Jahren. Sie kehre zu ihrer "ersten Liebe, der Filmproduktion", zurück, sagte Wagner. von Helene Laube (San Francisco)
Sie wird zusammen mit Cruise weiterhin mit 30 Prozent an United Artists (UA) beteiligt sein, will aber wieder eine eigene Produktionsfirma gründen. Wagner werde auch künftig mit Cruise an Filmen für UA arbeiten, teilte der andere UA-Teilhaber Metro-Goldwyn-Mayer-Studios (MGM) mit. An der Rolle von Cruise werde sich nichts ändern, hieß es weiter. Der Schauspieler entscheidet mit, welche Filme UA produziert. MGM kündigte noch keinen Nachfolger für Wagner an.
Damit endet nicht nur die 15-jährige Geschäftspartnerschaft von Cruise und Wagner, aus denen Filme wie die "Mission Impossible"-Serie und "Krieg der Welten" hervorging. Außerdem ist der mit viel Fanfare angekündigte Plan von MGM zur Rettung von UA nicht aufgegangen. MGM-Boss Harry Sloan hatte Wagner und Cruise Ende 2006 zu Teilhabern des 1919 von Charlie Chaplin, Mary Pickford und Douglas Fairbanks gegründeten Studios gemacht. Die beiden betrieben das Studio als eigenständige MGM-Sparte.
Tom Cruise als gescheiterter Hitler-Attentäter Oberst Claus Schenk ...   Tom Cruise als gescheiterter Hitler-Attentäter Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Sloan hatte gehofft, mit einem der mächtigsten Teams in Hollywood auch MGM wieder zu einem bedeutenderen Player in der Traumfabrik zu machen. Sloan sucht derzeit Hunderte Millionen Dollar Filmkapital für sein mit Schulden beladenes Studio.
In den vergangenen Wochen soll es Medienberichten zufolge zu Auseinandersetzungen zwischen Wagner und Sloan gekommen sein. Sloan wollte mehr Kontrolle über die Finanzierung und den Produktionsfahrplan von UA, hieß es. Nachdem er Wagner und Cruise an Bord geholt hatte, konnte der MGM-Chef einen 500 Mio. $ schweren Filmfonds für UA für vier Filme innerhalb von fünf Jahren sichern, der von der Investmentbank Merrill Lynch zusammengestellt wurde.
Die ehemalige Talentagentin Wagner, die 1993 mit Cruise die Produktionsfirma Cruise/Wagner gegründet hatte, war es jedoch nicht gewohnt, die Forderungen und Deadlines des Fonds zu erfüllen, und hatte nicht genügend Filme in der Pipeline. Seit November 2006 hat UA außer dem Polit-Thriller"Von Löwen und Lämmern" keinen Film in die Kinos gebracht. Und dieser Film spielte wenig Einnahmen an den Kinokassen ein. Der zweite Film, der längst abgedrehte "Valkyrie", in dem das Scientology-Mitglied Cruise den Widerstandskämpfer Stauffenberg verkörpert, führte zu einer heftigen internationalen Debatte und sollte erst nächstes Jahr in die Kinos kommen. MGM teilte am Mittwoch mit, dass es nun Ende Dezember so weit sein soll.
  • Aus der FTD vom 15.08.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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