Gemeinsam mit Unternehmensberater Roland Berger und Ex-Investmentbanker Florian Lahnstein gründet Middelhof den Finanzinvestor BLM Partners. Das Unternehmen suche ab sofort unterbewertete Firmen, um dort einzusteigen. "Wir haben Zugänge in Deutschland wie kaum ein anderer", sagte Lahnstein der FTD. Dabei soll auch ihr Beirat helfen. Mitglieder sind der ehemalige Bertelsmann-Chef Mark Wössner, 70, Lahnsteins Vater Manfred Lahnstein, 71, Ex-Wirtschafts- und Finanzminister, sowie Wolfgang Clement, 68, ehemaliger Wirtschafts- und Arbeitsminister.
Mit ihrem Investitionsvehikel stoßen die Gründer in eine Lücke auf dem deutschen Markt. Die Wirtschaftskrise hat die Bewertung zahlreicher Unternehmen zusammenschrumpfen lassen. Zudem nimmt aufgrund der Finanzierungskrise die Zahl der Insolvenzfälle von Firmen mit eigentlich intaktem Geschäftsmodell zu. Gleichzeitig sind viele logische Investoren aus der Private-Equity- oder Hedge-Fonds-Szene zurückhaltend, weil sie selbst viele dieser problematischen Fälle in ihrem Portfolio haben. "Wir haben den Vorteil, ohne Belastungen in den Markt gehen zu können", sagte Lahnstein.
Zu dem Kapital, das BLM Partners zur Verfügung steht, wollte er nichts sagen. Die Partner starten mit vornehmlich eigenem Geld, haben aber nach eigenen Angaben Kontakt zu weiteren Geldgebern. "Wir können bei Kreditkapital, Eigenkapital und Insolvenzfällen helfen ", sagte er.
Berger, Lahnstein und Middelhoff kennen sich seit langem. So startete Lahnstein seine Karriere einst bei Bertelsmann, wo Middelhoff Ende der neunziger Jahre Vorstandschef wurde. Der 55-Jährige wiederum engagierte nach seinem Wechsel an die Spitze des Reise- und Handelskonzerns Arcandor die Berater des 71-jährigen Roland Berger für ein Sanierungskonzept. Middelhoff war Ende Februar bei Arcandor ausgeschieden. Ob das Unternehmen nach seinem Radikalumbau allerdings langfristig eine Zukunft hat, gilt als ungewiss.