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Merckle war vor einigen Wochen in die Schlagzeilen geraten, nachdem sein Sohn Ludwig bei der von ihm geleiteten Vermögensverwaltung VEM einen Liquiditätsengpass eingeräumt hatte. Allein durch Spekulationen mit VW-Aktien war ein niedriger dreistelliger Millionenverlust entstanden. Dazu kommt, dass Heidelberg Cement nach dem Kauf des britischen Konkurrenten Hanson mit mehreren Milliarden Euro in der Kreide steht. Die Kreditgeber fordern frisches Kapital. Damit war Merckle zu harten Verhandlungen mit seinen Gläubigerbanken gezwungen, sein Firmenimperium drohte zusammenzubrechen.
Banker, die den passionierten Bergsteiger auch persönlich kannten, reagierten fassungslos. Einer Sprecherin der Merckle-Vermögensverwaltung VEM zufolge hatte Merckle noch zuletzt seine Unterschrift unter einen dringend benötigten Überbrückungskredit für die Firmengruppe gesetzt. "Der Tod des Unternehmers hat keine Auswirkungen auf den weiteren Sanierungsprozess."
Oettinger erschüttert
Der Stuttgarter Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) zeigte sich erschüttert. "Baden-Württemberg verliert eine große Unternehmerpersönlichkeit. Trotz der Finanzprobleme der letzten Wochen hat Adolf Merckle ein mittelständisches Unternehmen von europäischer Bedeutung aufgebaut. Sein unternehmerisches Vermächtnis bleibt", sagte Oettinger. Als Unternehmer und Mäzen habe er seine Verantwortung in besonderer Weise wahrgenommen und wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.