"Wenigstens sind es jetzt einmal die Finanzleute, die an allem schuld sind", sagt Kotler mit Blick auf die aktuelle Krise. Das sei doch mal was Neues.
Doch abgesehen von solchen Scherzen, stellt Kotler angesichts der Krise einige grundlegende Fragen, zum Beispiel: "Ist Marketing der Feind der Nachhaltigkeit?"
Jahrelang hatte das Marketing die Aufgabe, die Kunden davon zu überzeugen, dass sie unbedingt die neue Version von diesem oder das Nachfolgermodell von jenem Produkt brauchen. Es ist an der Zeit, diese Philosophie zu hinterfragen, sagt Kotler.
Mundpropaganda und Meinungsmacher nutzen
In Zeiten knapper Ressourcen können Unternehmen nicht einfach mit üppigen Marketingbudgets versuchen, den Kunden immer noch mehr Produkte anzudrehen. Kotler erinnert sich an das Buch "Firms of Endearment", das Rajendra Sisodia, David Wolfe und Jagdish Sheth vor drei Jahren veröffentlichten.
Die Autoren hatten herausgefunden, dass einige der erfolgreichsten Unternehmen deutlich weniger für Marketing ausgeben als ihre schwächeren Wettbewerber. Sie profitierten stattdessen von Mundpropaganda und besserten ihren Ruf mit nichtbezahlten Fürsprechern auf - mit loyalen Kunden.